Doch wie können Spammer herausfinden, ob eine Mailadresse auch tatsächlich genutzt wird? Entweder, die Spammer nutzen eine ganz triviale Funktion, indem sie ihre Massenmail als "Newsletter" tarnen und darin eine "abmelden"-Link verstecken: Der E-Mail-Nutzer will den unerwünschten Newsletter nicht erhalten und geht in die Falle, wenn er den "abmelden"-Link betätigt.
Die kleinen Tricks
Oder die Spammer bauen so genannte Webbugs in ihre Mails ein. Webbugs sind kleine Grafiken, die in einer HTML-Mail versteckt sind und vom Server des Spammers nachgeladen werden müssen. Dies geschieht jedoch nur, wenn die Mail geöffnet wird. Jede Mail bekommt ihren eigenen Webbug, wodurch der Spammer genau herausfinden kann, welche Mail geöffnet wurde und welche nicht. Das ist auch der Grund, warum moderne Spam-Filter alle Bilder aus Mails entfernen, die sie für Spam halten.
Überraschungen am Morgen
In Zeiten immer besser werdender Filtersysteme sind jedoch nicht nur gültige E-Mail-Adressen Gold wert, sondern auch Kenntnisse über die Schwächen der Spamfilter, um die Mail an Spamfiltern vorbeischmuggeln zu können. So war schnell klar, dass Spamfilter auf typische Spam-Begriffe wie "Viagra", "Porno", "pharmacy" oder "penis enlargement" reagieren. Die Antwort der Spammer: Sie tarnten die Begriffe in Sonderzeichen. Aus "Viagra" wurde "/!@gr/" oder es werden statt Volltext-Nachrichten lieber direkt Bilder verschickt.
Zwischen den Entwicklern von Antispam-Lösungen und den Spammern herrscht seit Jahren Krieg und die Filter-Entwickler hinken immer einen Schritt hinterher. Denn anders als die Spammer, die hoffen, einen Treffer in Form einer durchgeleiteten Spam-Nachricht zu landen, sind die Filter-Anbieter gezwungen, ihre Routinen so zu programmieren, dass Spam zuverlässig abgefangen wird, normale E-Mails jedoch keinesfalls im Spam-Filter landen.
Schutzschilde nutzen
Ein Spam-Filter ist eine Art Schutzschild, der helfen soll, wenn die Spam-Attacke bereits im vollen Gange ist. Moderne, lernfähige Lösungen filtern zwar einen großen Teil der unerwünschten Nachrichten, doch nicht selten verheddern sich auch erwünschte Mails im dichten Netz des Filters, während viele Spam-Nachrichten ihren Weg durch die Maschen finden. Sinnvoller ist es also, Spam von vornherein zu vermeiden. Doch das ist nicht immer einfach.