Der Streit um die Regulierung des neuen VDSL-Netzes der Deutschen Telekom geht weiter. Auch wenn die EU darauf drängt, die Telekom solle ihre Breitbandnetze für die Konkurrenz
öffnen und auch die für die Regulierung zuständige Bundesnetzagentur diese Pläne weitgehend
unterstützt, stellt sich der ehemalige Monopolist quer und fordert eindringlich den Schutz der getätigten Investitionen.
Telekom will nicht warten
Da sich der Bundestag noch bis zum Herbst Zeit lassen will, um über die VDSL-Streitigkeiten zu beraten, fordert T-Com-Chef Walter Raizner eine deutlich zügigere Beratung. "Wir müssen in den nächsten Wochen eine Entscheidung fällen", sagte Raizner dem "Handelsblatt". Mindestens fünf Jahre Schutz vor einer Regulierung fordert Raizner ein. Sonst werde das bestehende VDSL-Netz, das aktuell in zwölf deutschen Städten verfügbar ist, nicht weiter ausgebaut. "Wir setzen auf die Bundesregierung", fügte er hinzu.
Raizner unter Druck
Unterdessen werden nach Informationen des "Handelsblatt" Stimmen gegen Raizner laut. Die T-Com hatte im ersten Halbjahr über eine Million Kunden verloren und damit die Prognose von Raizner (750.000 Kündigungen) weit übertroffen. Aus dem Umfeld der Telekom will die Zeitung erfahren haben, dass Raizner der erste sein werde, der den Konzern verlassen müsse. Raizner zeigte sich mit den Gerüchten konfrontiert aber nach außen gelassen. Er sei sicher, dass niemand im Telekom-Vorstand seinen Posten räumen müsse.
Hayo Lücke