Die einen fordern ihn, die anderen sprechen sich vehement dagegen aus: den reinen DSL-Anschluss, losgelöst vom Telefonanschluss. Während der eco Verband die Bundesnetzagentur ausdrücklich dazu
aufgefordert hatte, den so genannten Bitstromzugang schnellstmöglich einzuführen, hat sich der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) gegen das Stand-Alone-Produkt ausgesprochen. Die Botschaft ist klar: der BREKO möchte die Investitionen seiner Mitglieder in eigene Netzinfrastruktur schützen.
Investitionen gefährdet
Der BREKO vertritt Größen wie Arcor, Versatel oder NetCologne, die sowohl eigene Telefonnetze betreiben als auch eigene DSL-Netzinfrastruktur aufgebaut haben. Mit dem Bitstrom-Zugang soll es Telekom-Wettbewerbern künftig möglich werden, über das vorhandene Leitungsnetz der Telekom eigene DSL-Produkte anbieten zu können. Hierzu soll die Telekom verpflichtet werden, an bundesweit 73 Übergabepunkten Zugang zum DSL-Netz zu gewähren. Die Wettbewerber sollen dabei zum Beispiel auch die Übertragungsraten der angebotenen Produkte selbst bestimmen können.
Nach Ansicht des BREKO erübrige es sich dadurch weitgehend, ein eigenes DSL-Netz aufzubauen. Der Präsident des BREKO, Peer Knauer, findet deutlich Worte: "Ein solches Produkt braucht Deutschland nicht", sagt er. Dabei beruft er sich – im Übrigens ähnlich wie die Telekom – auf den bestehenden fortgeschrittenen Wettbewerb an der Teilnehmeranschlussleitung (TAL), der so genannten "letzten Meile". "Bitstream spielt erneut wieder nur der Telekom in die Hände und den Resellern als ihrem verlängerten Vertriebsarm", so Knauer.
Zugang zum VDSL-Netz gefordert
Sollte das "nackte DSL" wirklich umgesetzt werden, verfolgt der BREKO das Ziel, seinen Mitgliedsfirmen zumindest Zugang zum Hauptverteiler der Telekom zu bekommen, um auf diesem Weg ein eigenes VDSL-Angebot vertreiben zu können. Knauer zeigt sich verstimmt über die aktuelle Situation am Breitbandmarkt: "Wir haben kein Verständnis dafür, dass unsere Wettbewerber ohne Netz bequemen Zugang zur Telekominfrastruktur bekommen, während wir ausgesperrt werden". Dabei bezieht er sich unter anderem auf die Problematik der vorhandenen Leerrohre. So würde beispielsweise Arcor die Rohre der Telekom gern zum Aufbau einer besseren Netzinfrastruktur mitnutzen, sieht sich aber einer Blockadehaltung der Telekom ausgesetzt. Schon auf der diesjährigen CeBIT wurde dies von Arcor-Chef Harald Stöber stark kritisiert.