Die defekten Laptop-Akkus von Sony werden jetzt von der japanischen Regierung genauer unter die Lupe genommen. Das Wirtschaftsministerium in Tokio teilte heute mit, es habe eine umfassende Untersuchung zu der weltweiten Rückrufaktion eingeleitet, die der US-Computerhersteller Dell wegen der fehlerhaften Lithium-Akkus von Sony starten musste. Das Ministerium forderte von beiden Unternehmen technische Details an. Außerdem will es wissen, wieviele Laptops in Japan betroffen sind und welche Vorkehrungen inzwischen von Dell und Sony getroffen wurden.
Größter Rückruf der Computerbranche
Dell hatte den Rückruf von weltweit 4,1 Millionen Notebook-Akkus Mitte August lanciert. Die Akkus können sich nach Angaben des Unternehmens
überhitzen und in Flammen aufgehen. Es ist nicht nur die größte Rückrufaktion in der 22-jährigen Firmengeschichte von Dell, sondern der gesamten Computerbranche. Das Wirtschaftsministerium will auch eine Expertenkommission einsetzen, die sich mit möglichen Sicherheitsrisiken durch Lithium-Akkus befasst. Dabei soll es nicht nur um Computer, sondern auch Handys und tragbare Musikspieler gehen.
Gestern war bekannt geworden, dass die australische Fluggesellschaft Qantas den Gebrauch von Dell-Akkus an Bord ihrer Flugzeuge
nicht mehr erlaubt.
Hayo Lücke
/ afp