Ob über Satellit, per Kabel oder terrestrisch: das gute, alte Fernsehen wird digital. Was Digital-Gegner liebevoll als "Klötzchenfernsehen" bezeichnen, wird bis spätestens 2010 die analoge Verbreitung abgelöst haben. Doch es wird digital nicht nur mehr Programme geben, auch völlig neue TV-Dienste sind denkbar.
"Kostspielig" oder "unmöglich"
Der Grundstein für das digitale Fernsehen in Europa wurde Anfang der 90er-Jahre gelegt. Bis dahin galt die Einführung von Digital-TV als sehr kostspielig, wenn nicht sogar unmöglich. Dennoch trafen sich damals private sowie öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten, Regulierungsbehörden und Elektronik-Firmen, um über die Einführung des digitalen Fernsehen und dessen neue Möglichkeiten zu diskutieren. Sie bildeten 1991 die "European Launching Group" (ELG), deren Ziel es war, eine harmonisierte, europäische Plattform für digitales Fernsehen zu erschaffen.
Denn der ELG war klar: Fernsehsignale digital auszusenden hat gleich mehrere Vorteile gegenüber der alten Analog-Technik. Zu allererst steigt die Qualität von Bild und Ton. Störungen wie durchs Bild laufende Streifen oder verwischte Farben gehören bei der digitalen Übertragung der Vergangenheit an, denn diese können durch eine Fehlerkorrektur bis zu einer gewissen Grenze "weggerechnet" werden.
Kein Empfang, viele Klötzchen
Allerdings gilt hier die Devise "ganz oder gar nicht": verschlechtern sich die Empfangsbedingungen so dramatisch, dass die Fehlerkorrektur unmöglich wird, ist das Decodieren der digitalen Signale nicht mehr möglich und der Bildschirm füllt sich mit den berühmten "Klötzchen" oder bleibt ganz schwarz.
Ein weiterer Vorteil von Digital-TV ist der sparsamere Umgang mit den benötigten Übertragungsresourcen. Gerade in Deutschland, wo freie Frequenzen knapp sind, können digitale Programme das ihnen zugeteilte Frequenzspektrum besser ausnutzen und belegen weniger Platz als analoge Sender. Das senkt auch die Kosten pro übertragenem TV-Programm.