Die Deutsche Telekom verliert wie bereits heute Morgen
berichtet im Heimatmarkt zunehmend den Anschluss. Infolge des Einbruchs aller Geschäftsbereiche in Deutschland schrumpfte der Gesamtgewinn im zweiten Quartal im Jahresvergleich um ein Sechstel auf eine Milliarde Euro, wie der Konzern in Bonn mitteilte.
"Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass der Konzern im Inland nicht mehr wächst", sagte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke. Obendrein musste der rosa Riese, der weltweit 2,8 Millionen Aktionäre hat, auch noch seine Umsatz- und Gewinnprognose für dieses und das nächste Jahr nach unten revidieren. Die T-Aktie verlor an der Börse daraufhin bis zu zehn
Prozent ihres Wertes.
T-Online soll Geschäft ankurbeln
Sorgen bereitet den Analysten vor allem die Festnetz- und Breitbandsparte der Deutschen Telekom, die beständig an Boden verliert. "Im ersten Halbjahr lag der Rückgang der Anschlüsse bei rund einer Million und damit deutlich über unseren Erwartungen", sagte Ricke. Vor allem das Handygeschäft und das Telefonieren über das Internet (
Voice over IP) machen dem einstigen Monopolisten zu schaffen. Nach der Reintegration der Tochter T-Online will der Konzern jedoch mit neuen Produkten dagegen ansteuern.
Auch die Geschäftsfelder Mobilfunk und Geschäftskunden verzeichneten auf dem deutschen Markt Einbrüche. Die T-Mobile-Kunden gaben in den ersten sechs Monaten rund vier Milliarden Euro für Gespräche, SMS und Co. aus - 3,3 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Ricke kündigte an, die Marktanteile der Telekom auf dem deutschen Markt mit Kosteneinsparungen, neuen Produkten und deutlichen Preissenkungen verteidigen zu wollen. "Mobil telefonieren, surfen und downloaden muss noch attraktiver werden", betonte Ricke. Pläne für einen weiteren Personalabbau über die bekannten 32.000 Stellen hinaus gebe es derzeit aber nicht.
Hayo Lücke
/ afp