Samstag, 12.08.2006 09:01

PC: Vom Geheimprojekt zum Megaerfolg

aus dem Bereich Computer
Das Projekt hatte den Namen "Chess" ("Schach"). 1980 kommandierte der US-Büromaschinenriese IBM unter größter Geheimhaltung ein Dutzend seiner Ingenieure nach Boca Raton im US-Bundesstaat Florida ab. Der Auftrag: Dem bisher auf teure Großrechenanlagen spezialisierten Konzern den Einstieg in den Markt für billige Rechner für jedermann zu ermöglichen. Am 12. August 1981 konnte IBM das Ergebnis präsentieren. Sein "Personal Computer" (PC) wurde ein Verkaufsschlager und beeinflusst bis heute das Geschäft in der Branche.

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IBM 5150 schlug ein

Für IBM war der Rechner, der unter dem Namen IBM 5150 verkauft wurde, eine Revolution. Anstatt den Computer aus selbst hergestellten Teilen zu bauen, schraubten die Ingenieure frei am Markt käufliche Komponenten zusammen. Und als der Rechner fertig war, machte IBM anders als sonst die technischen Daten frei zugänglich, damit unabhängige Entwickler Programme für das Gerät schreiben konnten. Der Erfolg gab den Konzern Recht: Statt geschätzter 250.000 PC in den ersten fünf Jahren setzte IBM über eine Million ab. Das "Time Magazine" kürte den Computer als solchen 1982 zum "Mann des Jahres".

Dabei war die beige IBM-Kiste längst nicht die erste, die sich mit einem Mindestpreis von 1.565 Dollar an Kleinunternehmer, Privatleute oder Studenten richtete. In der in den Kinderschuhen steckenden Branche hatten sich Firmen wie Apple, Atari, Commodore, Sinclair, Tandy oder Xerox schon einen Namen gemacht. Und weder bei der Rechenleistung noch beim Betriebssystem war das Gerät mit 4,77-Megahertz-Chip und einer Speicherkapazität von 64.000 Zeichen damals auf dem neuesten Stand der Technik. Doch IBM konnte seine Marktmacht und sein Image nutzen, um den an einen Fernseher anschließbaren Rechner zum Massenprodukt zu machen. Noch heute bergen über 95 Prozent aller Desktop-Rechner die von IBM entwickelte PC-Architektur in sich.

Glück brachte der Coup Anfang der 80er Jahre dem Konzern jedoch nicht. Da der Rechner nicht darauf angelegt war, IBM einen Technologievorsprung zu sichern, tauchten schon nach wenigen Monaten "Klone" des Ur-PC auf. Als die Gewinnmargen bei der Hardware-Produktion immer weiter sanken, stand IBM in den 80er Jahren kurz vor der Pleite. 2004 zog der Traditionskonzern einen Schlussstrich unter das PC-Abenteuer und verkaufte die Sparte an den chinesischen Hersteller Lenovo.
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