Übers Internet zu telefonieren ist im Laufe des vergangenen Jahres immer beliebter geworden. Jeder zehnte Erwachsene nutzt bereits VoIP zum Telefonieren, Tendenz steigend. Diesen Trend beobachtet auch
Stiftung Warentest: in ihrer aktuellen Ausgabe des Verbrauchermagazins "test" (08/2006) untersucht sie daher die Vor- und Nachteile der neuen Technik, verfügbarer Tarife und Hardware-Angebote.
Im vergangenen Jahr fiel die Meinung der Tester noch eher skeptisch aus. Ein Preisvorteil gegenüber Call-by-Call sei kaum bis gar nicht gegeben und die oft versprochenen kostenlosen Telefonate seien durch die geringe Nutzerzahl bei VoIP nur sehr selten möglich. Verglichen damit fällt das Gesamturteil dieses Jahr erheblich besser aus.
Kostenlos nicht, billiger schon
"Kostenlos nicht, billiger schon" titelt Stiftung Warentest ihre neueste Untersuchung zum Thema VoIP. Darin bescheinigt sie der Internet-Telefonie Kostenvorteile gegenüber vergleichbaren klassischen Telekom-Tarifen. Zudem entfalle auf diesem Weg die bei Call-by-Call übliche "lästige Suche nach Billig-Vorwahlen". Auch fällt mit der wachsenden Nutzerzahl das Argument der kostenlosen Telefonate mehr ins Gewicht, da innerhalb des Netzes eines Anbieters und oft auch zu Partnernetzen bei VoIP keine Minutenpreise berechnet werden. Als günstigsten Anbieter sieht Stiftung Warentest hier
Strato. Bei der angewendeten Modellrechnung mit 67 Prozent Anrufen ins Festnetz und 33 Prozent ins Mobilfunknetz schnitten die Berliner mit ihrer Kombination aus
PhoneFlat Europa und Mobile am besten ab. Die monatliche Grundgebühr von 39,90 Euro deckt hier alle Gespräche ins deutsche Fest- und Mobilfunknetz.
Minutenpreise auch attraktiv
Strato ist auch der einzige Anbieter im Vergleich, der auch Telefonate zu Handys mit einer Flatrate abdeckt. Somit entspricht die monatliche Grundgebühr auch den Gesamtkosten der Modellrechnung. Andere Pauschalangebote finden sich hingegen weit abgeschlagen in der Rangliste wieder. Die Kombination von
sipgate Standard-Tarif basic sowie flat findet sich mit 58 Euro Gesamtkosten erst auf dem zehnten Platz.
T-Online erreicht mit seiner DSL-Telefonie flat und 74 Euro Gesamtkosten lediglich den 20. Rang,
Tiscali schafft es mit der Phone Flat nur auf den 24. Platz der insgesamt 26 Anbieter im Vergleich.
Besser als die meisten der genannten Flatrates schneiden da laut Stiftung Warentest viele Angebote ab, die geführte Gesprächsminuten in Rechnung stellen. Die Modellrechnung legt ein monatliches Aufkommen von 134 Gesprächen mit insgesamt zwölf Stunden Dauer zu unterschiedlichen Tageszeiten zugrunde. Dabei landet das Angebot Premium von PepPhone mit Gesamtkosten von 47 Euro auf Platz Zwei. Damit ist PepPhone der günstigste Anbieter, der seinen Service unabhängig von einem Breitband-Anschluss zur Verfügung stellt, Strato hingegen bindet VoIP an die Nutzung der eigenen DSL-Angebote. Rang Drei teilen sich
Bellshare Volume 500 und
dus.net DUStel Starter mit jeweils 51 Euro Gesamtkosten im Monat. Der beliebte VoIP-Dienst
Skype ist hingegen auf dem letzten Platz gelandet und mit 78 Euro Gesamtkosten nur einen Euro billiger als der Call Plus Tarif der Telekom. Mit 15 der günstigsten Call-by-Call Vorwahlen hingegen würden im Monat laut Stiftung Warentest nur 35 Euro fällig.