Der deutsche IT-Sicherheitsexperte Lukas Grünwald hat auf der Messe für IT-Sicherheit Defcon in Las Vegas vorgeführt, wie einfach es ist, den RFID-Chip eines elektronischen Reisepasses zu knacken.
"Technik ein Hirnschaden"
Grünwald gelang es zwar nicht, die Daten seines eigenen Passes zu verändern, sie jedoch auszulesen und in einen anderen elektronischen Chip zu kopieren. Dafür habe er nach eigenen Angaben lediglich zwei Wochen gebraucht. Mit den kopierten Daten sei es ohne weiteres möglich, illegal in jedes beliebige Land einzureisen, so der Fachmann. Automatische Kontrollsysteme könne man mit einer geklauten Identität ohne weiteres passieren. Die Sicherheitstechnik von heutigen elektronischen Pässen nannte Grünwald gegenüber dem Fachmagazin "Wired" daher einen "Hirnschaden". Bisher hatten Experten den elektronischen Reisepass immer für sicher erklärt.
In Deutschland wurde der elektronische Reisepass aufgrund einer EU-Verordnung bereits im November 2005 eingeführt. Der RFID-Chip enthält das Passbild sowie alle üblichen Passdaten. Ab März 2007 sollen zusätzlich zwei Fingerabdrücke gespeichert werden. In den USA soll der biometrische Reisepass im Oktober dieses Jahres eingeführt werden.
Filip Vojtech