<i><b>Ein Ratgeber von Christian Rentrop</i></b>

Das Internet-Auktionshaus eBay ist der wohl größte Online-Flohmarkt der Welt. Und wie bei jedem Flohmarkt treiben sich auch dort nicht selten zwielichtige Gestalten herum. Genau wie der
Kauf bei eBay artet auch der Verkauf nicht selten zu einem Glücksspiel aus. Und nichts ist ärgerlicher, als kein Geld für die Ware zu erhalten oder in einen Rechtsstreit verwickelt zu werden.
Willkommen in Klageland
Schneller als viele Verkäufer glauben, kann ein falsches Wort in der Artikelbeschreibung, ein unfreundlicher Ton in einer E-Mail oder eine Versand-Verzögerung beim eBay-Handel Ärger bedeuten. Wenn es um das liebe Geld geht, verstehen die meisten Menschen keinen Spaß und werfen selbst bei kleinen Summen schnell mit Wörtern wie "Abzocke" oder gar "Betrug" um sich. eBay-Kunden sind nicht selten im Stress, schließlich sind sie doch diejenigen, die in Vorkasse treten und das Risiko eingehen müssen, defekte, falsche oder überhaupt keine Ware zu erhalten. Verkäufer sollten dafür Verständnis haben.
Trotzdem, es gibt sie bei eBay, die Spaßbieter und Zahlungsmuffel, die Nachverhandler, Bewertungszicken und Betrüger. Deshalb sollten einige Regeln beachtet und eBay-Einstellungen hinterlegt werden, um als Verkäufer nicht Opfer eines Rechtsstreits, einer unfairen Bewertung oder eines Zahlungsmuffels zu werden. Schließlich ist es unangenehm, auf dem Artikel und den eBay-Provisionen sitzen zu bleiben, den Artikel zurücknehmen zu müssen oder womöglich überhaupt kein Geld für die Ware zu sehen.
Sofortkauf mit Folgen: Die Nigeria-Masche
Die wohl unangenehmste Gruppe der eBay-Käufer ist die so genannte
Nigeria-Connection, eine weltweit agierende Bande von Betrügern, die mit fadenscheinigen Argumenten und der Aussicht auf hohe Gewinnspannen Händler dazu bringen will, ihren Artikel ohne Vorkasse in Länder zu versenden, wo es kaum möglich sein dürfte, den Betrüger ans Messer zu liefern, sei es Nigeria, Südafrika oder China.
Die Masche ist dabei immer die Gleiche: Ein Verkäufer stellt einen hochwertigen Artikel wie eine Digitalkamera oder einen Laptop mit Sofortkauf-Option bei eBay ein. Wenig später ist der Artikel verkauft, in der Regel an einen Käufer ohne Bewertungspunkte, der neu bei eBay angemeldet ist. Kurz darauf folgt eine Mail in schlechtem Englisch oder besonders schlechtem Deutsch, die immer nach dem gleichen Schema aufgebaut ist.
In seltsame Länder verschicken
Der Käufer will, dass die Ware nach China oder Nigeria versandt wird und zwar möglichst schnell. Wenn das OK sei, solle sich der Verkäufer melden, er bekäme dann einen Nachweis über die erfolgte Überweisung. Dabei argumentieren die Käufer nicht selten mit der Geldkeule, jeder Preis sei recht, so lange es nur schnell genug ginge. Die Nigeria-eBayer behaupten gerne, sie seien schwedische Ärzte oder britische Anwälte, die mit ihrer Familie im Ausland seien, um dem Angebot einen seriösen Anstrich zu geben.