Freitag, 28.07.2006 15:09

Von GSM nach WLAN: Nokia startet UMA-Test

aus den Bereichen Mobilfunk, VoIP
Mobilfunknetzbetreiber haben bislang von der Voice over IP-Technik (VoIP) wenig profitiert. Einige Anbieter, wie zum Beispiel Vodafone, wollen VoIP-Telefonate in ihren Netzen sogar blockieren. Dass auch Mobilfunknetze von VoIP profitieren können, zeigt der Unlicensed Mobile Access-Standard (UMA). Er ermöglicht die Nutzung von GSM- und WLAN-Netzen mit einem Gerät. Nokia hat nun in Finnland mit einem Pilottest begonnen.

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Übergabe klappt

50 Familien der finnischen Stadt Oulu dürfen die neue Technik testen. Als Basis dient dafür das Nokia 6136, das als eines der ersten Handys die UMA-Technik beherrscht. Es kann automatisch und je nach Empfang von einem GSM- in ein WLAN-Netz und umgekehrt wechseln. Dabei wird ein laufendes Gespräch übergeben und muss nicht abgebrochen werden (Handover). Läuft das Gespräch über ein WLAN, wird der Anruf per VoIP übertragen.

Nokias Pilotprojekt läuft in Zusammenarbeit mit der Telekommunikationsgruppe DNA/Finnet und der Stadt Oulu. Diese hatte ihren Bürgern bereits letztes Jahr mit dem "Pan Oulu"-Projekt die kostenlose Nutzung von WLAN-Hotspots in einigen Teilen der Stadt ermöglicht. Nokia erhofft sich von dem Test, der mindestens zwei Monate laufen soll, neue Erfahrungen, besonders im Bereich des Handovers der Gespräche von GSM zu WLAN.

Günstiger Netzausbau

Der UMA-Standard ist mittlerweile als GAN-Standard (Generic Access Network) von der 3GG-Gruppe, einer weltweiten Kooperation von Standardisierungsgremien, übernommen worden. Er bietet sowohl Netzbetreibern als auch Endbenutzern Vorteile. Mobilfunkfirmen brauchen nicht in den teuren Aufbau von GSM-Basisstationen zu investieren, um zum Beispiel U-Bahn-Stationen abzudecken. Stattdessen können dort einfache WLAN-Access Points aufgebaut werden. Für die Nutzer wird es billiger. Sie können in einem WLAN-Bereich zu günstigeren Tarifen telefonieren, zu ähnlichen Konditionen wie heute in der Homezone.
Christopher Bach
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