Dienstag, 19.09.2006 12:05

Handy-TV: Führer durch den Technik-Dschungel

aus dem Bereich Mobilfunk
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UMTS: Fernseh-Streaming per Handy-DSL

Wer erinnert sich noch an den Preiskampf um die UMTS-Lizenzen? Im Jahr 2000 überboten sich die Mobilfunk-Unternehmen gegenseitig, um beim neuen mobilen Datenstandard einen Platz an der Sonne zu ergattern. Heute sind die UMTS-Netze zwar gut ausgebaut, was fehlt, sind die Nutzer. Hohe Preise und fehlende Killerapplikationen lassen UMTS immer noch gegen den alten GPRS-Standard verlieren, wenn es darum geht, mit dem Handy ins Internet zu gehen.

Dennoch: Ist GPRS das ISDN für Handys, ist UMTS das DSL für die kleinen Begleiter und damit ein vollständiger breitbandiger Internet-Zugang mit allen Vor- und Nachteilen. Eigentlich ist UMTS etwas komplett anderes als die einseitige Sender-Empfänger-Infrastruktur der DVB-H und DMB-Standards. Da sich über eine Internet-Verbindung jedoch ebenfalls Fernseh-Inhalte streamen lassen und UMTS zurzeit der einzige breit verfügbare Standard ist, mit dem sich Fernsehen auf dem Handy schauen lässt, darf UMTS als Konkurrenz nicht fehlen.

Der klare Vorteil von UMTS ist die Tatsache, dass das Netz theoretisch überall dort verfügbar ist, wo bereits Handymasten stehen. Natürlich nur dann, wenn diese Masten bereits von den Netzbetreibern entsprechend für die dritte Mobilfunkgeneration ausgebaut wurden. Dadurch ist die Verfügbarkeit von Internet und gestreamten Inhalten überall möglich, während DVB-H und DMB zurzeit nur in Ballungsgebieten zu finden sind, wenn überhaupt.

Vor- und Nachteile des mobilen Internets

Ein weiterer Vorteil: Technisch ist die Zahl der Kanäle unbeschränkt. So lässt sich jeder beliebige Fernsehsender ins Internet und damit auch per UMTS streamen. In der Praxis bieten die Netzbetreiber jedoch ein festes Bukett an Sendern an, Vodafone zum Beispiel über 30 Sender, davon zahlreiche Bezahlsender. Die Standard-UMTS-Leistung in Form der Unterhaltungssender kostet als Flatrate monatlich 10 Euro, die Übertragungsgebühren sind inklusive. Weitere Sender lassen sich hinzubuchen.

Der größte Nachteil von UMTS ist die Tatsache, dass die Programme gestreamt werden. Ist das Handy-Netz schlecht, reißt auch die Fernsehübertragung ab. DVB-H und DMB hingegen verfügen über ein vom Mobilfunknetz unabhängiges Netz, das allerdings nicht unbedingt besser sein muss. Ein weiterer UMTS-Nachteil ist, dass sich Anwender in einer Mobilfunk-Zelle die Bandbreite teilen müssen. Sind viele Anwender in einer Zelle fernsehschauend unterwegs, kann es zu Überlastungen kommen, die Bandbreite sinkt in den Keller und das Fernsehbild kann zu ruckeln beginnen.

Bei DVB-H und DMB ist dies jedoch anders. Da diese Standards echte "Broadcast"-Lösungen sind, können theoretisch unbegrenzt viele Nutzer gleichzeitig die Fernsehprogramme empfangen.
Christian Rentrop
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