Auch an dieser Bedrohung feilt OpenDNS: In einer Datenbank des DNS-Servers werden Phishing-Versuche gespeichert. OpenDNS klopft jede Anfrage von einem Nutzer daraufhin ab, ob es sich dabei um eine bereits bekannte Phishing-Website handelt und gibt daraufhin statt der Phishing-Website eine Warnmeldung aus. Allerdings greift dieser Schutz nur, wenn die Phishing-Website bereits bekannt ist, gegen neue, noch nicht in der OpenDNS-Datenbank eingepflegte Phishing-Sites hilft dieser Schutz nicht. So wurde die aktuell per Mail verbreitete Volksbank-Phishing-Site nicht erkannt.
Geschwindigkeitssteigerung versprochen
Zuguterletzt soll OpenDNS noch eine Geschwindigkeits-Steigerung bieten. Nicht selten lassen sich DNS-Server Zeit bei der Bearbeitung der Anfragen. Das Resultat ist, dass eine Surf-Sitzung mit häufigem Seitenwechsel selbst bei einer sehr schnellen DSL-Anbindung kaum flinker vonstatten geht als mit ISDN. OpenDNS verspricht, diese Abfrage mit Hilfe eines größeren Caches schneller zu bewältigen als viele Provider. Der Aufruf einer Website soll damit ohne die von den normalen Web-Providern bekannte Verzögerung erfolgen.
Im Test mit Netcologne 2MBit-DSL-Anschluss und Fritz.Box WLAN-Router ließ sich diese Geschwindigkeits-Steigerung nicht nachvollziehen. Allerdings stehen OpenDNS-Server zurzeit auch ausschließlich in den USA, weshalb eine mögliche Geschwindigkeits-Steigerung vermutlich durch die langen Wege über diverse Server gefressen wird. Trotzdem ist OpenDNS genau so schnell wie der Netcologne-DNS, was für die europäische Version, die bald in London folgen soll, Gutes hoffen lässt.
Kostenlos durch Werbung
Der OpenDNS-Dienst ist völlig kostenlos für den Anwender. Einfach im Router oder im Betriebssystem die
OpenDNS-Server unter "DNS-Server" angeben und schon kann OpenDNS genutzt werden. Eine
Testseite informiert darüber, ob die Eintragung erfolgreich war. Die Finanzierung des OpenDNS-Dienstes erfolgt ausschließlich über Werbung, die auf den Suchergebnisseiten angezeigt wird, die nach Falscheingabe einer Web-Adresse erscheint.
Auch wenn OpenDNS noch einige Mängel zu haben scheint, ist der Dienst eine überaus gute Idee. Gerade Web-Anfänger werden dank OpenDNS bei Falscheingabe einer Internet-Adresse nicht mehr vor das große "warum geht das nicht?"-Rätsel gestellt. Stattdessen leistet OpenDNS konstruktive Hilfsarbeit. Die versprochene Geschwindigkeitssteigerung und der Phishing-Schutz sind hingegen bisher auf den amerikanischen Raum beschränkt. Server in London und anderen europäischen Städten sollen aber folgen. Vielleicht klappt's dann auch mit dem Phishing-Schutz.