Aggressive Computerviren haben in den vergangenen Jahren oft die Schlagzeilen gefüllt. Nun gibt Panda Antivirus Entwarnung: Massenhafte Epidemien, wie noch 2004 und 2005 blieben im ersten Halbjahr 2006 aus. Die Viren-Programmierer suchen sich neue Betätigungsfelder. Doch wo kein Virus ist, ist es noch lange nicht sicher.
Keine großen Pandemien mehr
2006 ist das Jahr der Viren-Entwarnung, wie es scheint. Die letzte große Epidemie über ein Jahr her, selbst bösartige Viren finden kaum noch ihren Weg auf Windows-PCs. Zu verdanken ist diese Entwicklung der neuen Sicherheits-Taktik von Microsoft sowie verbesserten Filter-Systemen bei den großen E-Mail-Anbietern und in E-Mail-Programmen, verbesserten Virenscannern und der hohen Aufmerksamkeit der Nutzer seit den großen Computer-Pandemien durch Sasser, Netsky und MyDoom in den Jahren 2003, 2004 und 2005.
Panda-Software sieht allerdings noch einen weiteren Faktor: Die Viren-Kriminalität beginnt sich zu kanalisieren. Statt wie bisher aus Kellerzimmern heraus Viren mit Hilfe von Viren-Baukästen zusammenzubasteln, hat sich die Szene organisiert. Statt der massenhaften Streuung einzelner Viren versuchen die Angreifer nun, einzelne Ziele anzugreifen, um dadurch einen finanziellen Vorteil zu erzielen.
Mafiaähnliche Strukturen
So greifen Computer-Kriminelle inzwischen gezielt bestimmte Dienste an oder verlagern ihre Aktivitäten auf die Erstellung von Phishing-Mails oder Hack-Angriffe auf Ebay-Konten. Hier liegt das große Geld und die fast perfekte Anonymität. Während Viren und Würmer bestenfalls eine Stütze für schwache Egos waren, sind diese gezielten Angriffe Goldtöpfe. Entsprechend hoch ist auch das Interesse organisierter Banden an diesen Zielen.