Mittwoch, 05.07.2006 10:22

Versicherung für Raubkopierer

aus dem Bereich Sonstiges
Raubkopierer leben gefährlich. Ob in Tauschbörsen oder auf den Schulhöfen der Republik, überall können Ermittler lauern. Wer fremdes Eigentum klaut oder kopiert, steht mit einem Bein im Gefängnis. Ein neues Versicherungsunternehmen aus Schweden namens Tankafritt bietet Raubkopierern nun eine Versicherung an, die Verfahrenskosten und Schadensersatzzahlungen übernimmt.

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Trotzdem: es bleibt illegal

Die Idee an sich ist nicht schlecht: Filesharern drohen schnell Schadensersatzklagen der Musik- oder Filmindustrie, die schnell existenzbedrohend werden können. Genau dieses Problem macht sich die Versicherung Tankafritt zunutze und verkauft Versicherungen für Filesharer. Immerhin 140 schwedische Kronen im Jahr, also rund 15 Euro möchte die Versicherung dafür von der Person sehen, die bewusst urheberrechtlich geschütztes Material tauscht.

Das Konzept klingt einfach: Wenn jeder notorische Raubkopierer seinen Jahresbeitrag zahlt, kann die Versicherung die Verfahrens- und Folgekosten für diejenigen tragen, die erwischt werden. Schlauer und billiger wäre es natürlich, das Filesharing und andere Datenpiraterie-Eskapaden komplett zu unterlassen. Illegal bleibt der Down- und Upload der meisten Filme und Musiktracks nämlich trotzdem.

Ursprünglich handelte es sich bei Tankafritt um ein politisches Protest-Projekt gegen die Verschärfung der Anti-Raubkopierer-Gesetze in Schweden vergangenen Sommer. Aus dem als Witz gedachten Projekt wurde ein echtes Unternehmen, eine Versicherung für Filesharer. Die läuft sogar recht erfolgreich: Betreiber Magnus Brath erwähnte gegenüber dem Magazin Out-Law, dass die Versicherung bereits ertragreich genug sei, um gegen kommende Auszahlungen gesichert zu sein. Wie viele Mitglieder Tankafritt jedoch hat, ist Geschäftsgeheimnis.

Und die Kundendaten?

Apropos Geschäftsgeheimnis: Die Ermittlungsbehörden in Schweden könnten ihre lokalen Datei-Tauscher recht einfach fangen, wenn sie die Kundendatenbank von Tankafritt durchsehen dürften. Selbst oder gerade für die "Versicherten" bleibt also ein hohes Risiko, erwischt zu werden.
Christian Rentrop
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