Die Bundesnetzagentur macht Ernst: im Zuge der geplanten
Regulierung des deutschen Mobilfunkmarktes wurden heute entsprechende Entwürfe bei der EU-Kommission vorgelegt. Durch die Mobilfunker berechnete Terminierungs-Kosten, die bei der Weiterleitung von Gesprächen aus dem Festnetz in die Mobilfunknetze entstehen, will die Bundesnetzagentur künftig genau prüfen..
Einen Monat Sichtung
Die Regulierungsbehörde hat heute nach eigenen Angaben entsprechende Verfügungen an die EU-Kommission, die nationalen Regulierungsbehörden der Mitgliedsstaaten sowie die vier deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber übersandt und um Stellungnahmen gebeten. Einen Monat haben die EU und die Regulierungsbehörden nun Zeit, die Unterlagen zu sichten und etwaige Bedenken zu äußern.
Zweischneidiges Schwert
Bisher verlangen Vodafone und T-Mobile für aus dem Festnetz kommende Gespräche pro Minute 11 Cent, von E-Plus und o2 werden 12,4 Cent pro Minute in Rechnung gestellt. Durch die bevorstehende Regulierung sollen diese Preise sinken, was zu günstigeren Preisen für Telefonate aus dem Festnetz zu Handys führen könnte. Allerdings verlieren die deutschen Mobilfunker durch die Absenkung der Terminierungskosten viel Geld, das möglicherweise an anderer Stelle vom Kunden wieder eingezogen wird.
Die Bundesnetzagentur hatte den vier Netzbetreibern die Gelegenheit gegeben, sich untereinander freiwillig zu einigen, was aber an E-Plus
scheiterte. Eine endgültige Entscheidung wird noch für diesen Sommer erwartet.
Hayo Lücke