Samstag, 24.06.2006 12:31

T-Com-Chef droht abermals mit VDSL-Ausbaustopp

aus dem Bereich Breitband
Der Chef der Festnetzsparte der Deutschen Telekom T-Com, Walter Raizner, hat abermals damit gedroht, den Ausbau des neuen VDSL-Netzes zu stoppen. Wie die "WirtschaftWoche" unter Berufung auf eine "streng vertrauliche" Vorstandsvorlage berichtet, will Raizner die für die nächsten Ausbaustufen des neuen Glasfasernetzes reservierten drei Milliarden Euro verstärkt im Ausland investieren, wenn der Telekom auf dem VDSL-Markt keine Befreiung von der Regulierung eingeräumt wird.

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Premiere droht neuer Rückschlag

Demnach soll es das neue Hochgeschwindigkeitsnetz, das im Downstream Geschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde erreichen soll, nur in den bis Ende des Jahres erschlossenen zehn deutschen Großstädten geben. Nur noch sechs Millionen T-Com-Haushalte kämen dann in den Genuss des neuen Supernetzes, das neben Telefon und Internet auch Fernsehen in HDTV-Qualität ermöglicht und über das die Deutsche Telekom zusammen mit dem Bezahlsender Premiere live die Fußball-Bundesliga übertragen will. Damit stünden nicht nur viele Bundesbürger im Abseits, auch für Premiere wäre es nach dem Verlust der Bundesliga-Rechte für das klassische Pay TV über Kabel und Satellit ein weiterer herber Rückschlag.

Kein weiterer Ausbau

Raizner hatte den Ausbau in weiteren 40 Städten an die Bedingung geknüpft, dass das Hochgeschwindigkeitsnetz zumindest vorübergehend von der Regulierung ausgenommen wird. T-Com war damit vor allem bei der EU in Brüssel auf heftigen Widerstand gestoßen. Der Streit mit Brüssel ist so heftig, dass die Autoren der Vorstandsvorlage "eine Zugangsregulierung für sehr wahrscheinlich" halten. "Auf Grund der unsicheren politischen Situation sollten keine Investitionsmittel für die zweite Phase (Ausbau auf 50 Städte) mehr freigeben werden", heißt es. Der ab 2008 geplante Flächenausbau in 750 weiteren Städten "sollte komplett eingefroren werden".
Hayo Lücke
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