Der Siemens-Konzern und der finnische Konkurrent Nokia legen ihre Sparten für Telefon-Netzwerke zusammen. Die Aktivitäten sollten in einem Joint Venture namens "Nokia Siemens Networks" gebündelt werden, an dem die Konzerne jeweils 50 Prozent halten wollten, teilten Nokia uns Siemens heute mit. Der Hauptsitz des neuen Unternehmens solle in Helsinki liegen, ein Teil des Unternehmens aber auch weiter in München angesiedelt bleiben. Drei der fünf Geschäftseinheiten würden ihren Sitz in der bayerischen Landeshauptstadt haben.
Drittgrößter Anbieter
Durch die Fusion entsteht unter Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden das weltweit drittgrößte Unternehmen der Branche nach Ericsson und Lucent/Alcatel. Der Umsatz des neuen Unternehmens liegt auf Basis der Zahlen aus dem Jahr 2005 bei knapp 16 Milliarden Euro pro Jahr.
Die Konzerne erhofften sich von der Zusammenarbeit bis 2010 Einspareffekte von rund 1,5 Milliarden Euro, hieß es. Nokia und Siemens wollen vor allem durch die Zusammenlegung ihrer Entwicklungsteams auf dem umkämpften Markt für Telefon- und Mobilfunknetze besser bestehen können. In den vergangenen Jahren waren beide Unternehmen beim Netzwerkgeschäft aufgrund der wachsenden Konkurrenz zum Beispiel aus asiatischen Ländern zunehmend unter Druck geraten.
Viele Jobs gefährdet?
Mit dem nun vollzogenen Schritt, ein neues Unternehmen zu gründen, dürften aber auch zahlreiche Arbeitsstellen wegfallen. Binnen vier Jahren stehen bis zu 15 Prozent der zuletzt 60.000 Stellen auf dem Spiel, heißt es. Hier müsse aber noch mit Arbeitnehmervertretern verhandelt werden. Möglich sei aber auch, dass zumindest ein Teil der Arbeitsplätze verlagert werde.
Hayo Lücke