Seit knapp einer Woche ist ganz Deutschland im Fußball-Fieber - und jetzt wird auch noch Bremen zur WM-Stadt. Allerdings ist es nicht die FIFA, die Freunde des runden Leders ins Messe-Zentrum der Hansestadt ruft, sondern die Wissenschaft. Am 14. Juni startet der
RoboCup 2006.
Virtuelle Ballkünstler
Zum zehnten Mal treten Roboter aus aller Welt gegeneinander an, um den Besten ihrer jeweiligen Liga zu finden. Rund 2.500 Wissenschaftler und Nachwuchs-Tüftler aus 36 Nationen zeigen bis zum 20. Juni, was ihre kleinen künstlichen Freunde mittlerweile so drauf haben. Neben der Kür der diesjährigen 33 Weltmeister drehen sich in der Zeit auch Ausstellungen und Konferenzen rund um Robotik und künstliche Intelligenz.
Einzig bei der Simulationsliga treten allerdings die Fußball-üblichen elf gegen elf Spieler an. Dabei handelt es sich um so genannte virtuelle Agenten, die basierend auf einer Computersimulation spielen. Das Interesse der Wissenschaftler liegt hier in erster Linie auf der Kooperation und Kommunikation von Spielern. Hier werden Erfahrungen in Sachen Strategie, Taktik und Gruppenverhalten gesammelt, um sie später auf humanoide Roboter zu übertragen.
Richtige Roboter
Neben den Simulationen sind aber auch "richtige" Roboter zu sehen: in der Small Size Roboterliga kämpfen zwei Teams mit je fünf rollenden Robotern auf einem 6x4 Meter großen Feld um den Ball. Die Ingenieure haben hier bei der Entwicklung ihrer kleinen Lieblinge freie Hand, lediglich die Größe ist vorgegeben. Die Kleinen sind semi-autonom, da sie von einem externen Computer gesteuert werden. Außerdem kennen die Teilnehmer hier ständig ihre Position, dank Kameras über dem Spielfeld behält jeder den Überblick.