Freitag, 09.06.2006 12:40

Tiscali zieht den Stecker aus der Juke Box

aus dem Bereich Computer
Auf Druck der Musikindustrie hat der Internet-Provider Tiscali seinen legalen Peer-To-Peer Dienst "Tiscali Juke Box" nach nur einem Monat wieder vom Netz genommen. Vorausgegangen war ein Streit mit dem internationalen Verband der Phonoindustrie (IFPI).

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Juke Box zu interaktiv

Mit Tiscalis Juke Box - die mit der Technik des amerikanischen Anbieters Mercora.com betrieben wird - konnten die vernetzten Nutzer Musikstücke zwar anhören, jedoch nicht herunterladen oder kopieren. Über ein Eingabefeld war es den Nutzern des Musikdienstes aber möglich, nach Künstlernamen zu suchen. Um diese Suchfunktion dreht sich nun der Streit. Die von Tiscali erworbene Lizenz decke nur "nicht interaktive Rechte" ab, argumentiert die IFPI.

Das "On Demand Streaming" sei aber interaktiv und somit nicht von den den erworbenen Rechten abgedeckt. Interaktive Dienste müssten laut Tiscali mit jeder einzelnen Plattenfirma geklärt werden. Internet-Provider Tiscali äußerte seinen Unmut nun in einem offenen Brief an die Musikindustrie. Es sei nahezu unmöglich, mit der Musikindustrie gemeinsam den legalen Vetrieb von Musik über das Internet zu fördern, heißt es in der Betreffzeile.

Musikindustrie blockt

Die Juke Box aber sei ein wichtiger Schritt, um den legalen Erwerb von Musik über das Internet zu födern. Schon in den ersten Wochen nach dem Start des Streaming-Dienstes seien die Musikverkäufe über den Online-Shop "Tiscali Music Club" um etwa 30 Prozent gestiegen, argumentiert Senior Vice President Mario Mariani. Die Plattenfirmen agierten kurzsichtig und unternähmen nicht einmal den Versuch, die Grundbedürfnisse der Musikfans im Internet zu verstehen, schreibt Mariani.

Betroffen sind aber nur die britischen und italienischen Tiscali-Portale. Die Portale in den USA und Kanada sind weiterhin online und auch von Europa aus nutzbar. In Deutschland wird die Juke Box nicht angeboten.

Wer sich für den Streaming-Dienst interessiert, findet das Angebot hier.
Denise Bergfeld
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