Dienstag, 06.06.2006 16:20

Premiere-Aktie bricht ein

aus dem Bereich Sonstiges
Für Georg Kofler, Chef des Pay-TV-Senders Premiere, brechen harte Zeiten an. Hatte sich der Premiere-Boss in den zurückliegenden Wochen noch euphorisch gezeigt, auch ab dem 11. August dieses Jahres Bundesliga-Fußball zeigen zu können, dürfte er inzwischen deutlich leisere Töne von sich geben. Die Deutsche Telekom soll sich mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) darauf verständigt haben, die Internet-Rechte nicht für die Verbreitung über Kabel und Satellit zu nutzen. Damit kann Premiere künftig nur einen Bruchteil der Bestandskunden mit einem Bundesliga-Angebot versorgen und muss sich auf eine massive Kündigungswelle einstellen.

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Aktie auf neuem Tiefststand

Premiere wird aber aller Voraussicht nach nicht nur den Verlust von Kunden verkraften müssen. Die Entscheidung der Telekom, einen Weg zu Lasten von Premiere einzuschlagen, hat auch kapitale Folgen für Aktionäre des Pay-TV-Senders. Zwar sollen die Telekom-Pläne offiziell erst morgen bekannt gegeben werden, entsprechende Berichte am heutigen Tage reichten aber bereits aus, den Kurs der Premiere-Aktie auf ein Allzeittief zu drücken.

Nachdem der Aktienkurs bereits im Januar deutlich in den Keller sackte, wurde die Premiere-Aktie heute zeitweise mit einem Wert von nur noch 9,36 Euro gehandelt. Zum Vergleich: Beim Börsengang vor 15 Monaten hatte das Papier einen Wert von 28 Euro. Am 8. April 2005 wurde der Höchstwert von 32,85 Euro verzeichnet.

Premiere erwirkt Einstweilige Verfügung gegen Unity Media

Während Aktionäre einen möglichen Kapitalverlust verdauen müssen, hat Premiere zu einem juristischen Gegenschlag gegen arena ausgeholt. Während arena "wettbewerbswidrige Werbung" von Premiere monierte, versetzte die Premiere AG der arena-Muttergesellschaft Unity Media nun ihrerseits einen deutlichen Seitenhieb in Form einer Einstweiligen Verfügung. Die hat mit dem eigentlichen Streit um die Bundesliga-Übertragungsrechte allerdings rein gar nichts zu tun. Premiere kritisiert vielmehr, dass das Digital-TV-Paket von Unity Media namens TiViDi die Vorgaben des deutschen Medienrechts in Sachen Jugendschutz ignoriere.

Zu TiViDi gehöre auch der Action-Kanal AXN, der Filme ab 16 und 18 Jahren zeige. Premiere will nun aber herausgefunden haben, dass das von Arena im Satellitenbereich verwendete Verschlüsselungssystem Cryptoworks keinen einwandfreien Jugendschutz garantiere. Durch die Einstweilige Verfügung wird es arena vorerst untersagt, Filme vor 22 Uhr zu zeigen, die ab 16 Jahren freigegeben sind, Filme ab 18 Jahren dürfen sogar erst ab 23 Uhr gesendet werden.
Hayo Lücke
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