"Sex sells" – das gilt auch für Spyware. So ist es auch beim Programm "DigiKeyGen", das von den PandaLabs aufgespürt wurde. Das Spyware-Programm lockt mit kostenlosen Erotik-Downloads und erpresst anschließend unvorsichtige Nutzer. Wer auf den Schädling hereinfällt, erhält einerseits ein angebliches Passwort für die kostenlose Erotikseite, aber es nistet sich auch das unerwünschte Programm im System ein.
Sattes Entgelt fürs Aufräumen
Doch damit nicht genug: eine vermeintliche Anti-Spyware Applikation installiert sich ebenfalls ohne Wissen des Nutzers auf seinem Rechner. Die warnt ihn "netterweise", dass sein System infiziert ist und bietet eine Reinigung an – gegen ein saftiges Entgelt von 49,95 US-Dollar (rund 38,85 Euro). Laut Panda Software Deutschland ist dieses Vorgehen allerdings nicht neu. Bereits in der Vergangenheit traten vermeintliche Anti-Spyware Programme, wie RazeSpyware oder SpySheriff, auf und hauten Nutzer auf ähnliche Weise übers Ohr. Entweder existiere die Spyware, vor der ein solches Programm warne, überhaupt nicht oder sie werde, wie bei "DigiKeyGen", durch Austricksen des Anwenders mit seiner Zustimmung kurz vorher installiert, erklären die Malware-Experten.
Nistplatz sind Erotik-Seiten
PandaLabs fand "DigiKeyGen" auf mehreren "Erwachsenen-Websites" wie auch auf der offiziellen Website des Programms. "User sollten immer misstrauisch gegenüber unseriösen, kostenfreien Aufforderungen sein", warnt PandaLabs-Direktor Luis Corrons. "Der Download eines kleinen Programms oder der Zugriff auf bestimmte Seiten kann zwar als gebührenfrei angepriesen werden, sich aber im Nachhinein als unbewusste und ungewollte finanzielle Investition ohne Gegenwert herausstellen." Von dem Spyware-Programm können Computer mit den Windows-Betriebssystemen 2003, XP, 2000, NT, ME, 98 oder 95 betroffen sein. Weitere Informationen finden sich auf der Website von
Panda Software.
Aleksandra Leon