"Planschi", "Popo-Club", "Pippieman" - sicher nicht die Namen, zwischen denen sich die selbst ernannten Popstars der Grup Tekkan sehen möchten. Doch statt einer Nummer Eins in den deutschen Singlecharts reichte es nur zur Top-Platzierung in der Hitparade der nervigsten Klingeltöne.
Wo bist Du, meine Nummer eins?
Mit "Wo bist du, mein Sonnenlicht?" landeten die drei Deutsch-Türken im März 2006 einen zweifelhaften Erfolgshit. Fragwürdig war dabei nicht nur die Herkunft des Songs, sondern auch Grammatik und Talent der Teenie-Jungs. Aufmerksam wurde die Internetgemeinde durch ein selbst gedrehtes Video auf dem Clip-Portal
www.youtube.com. Danach ging alles recht schnell: Die erste öffentliche Live-Demütigung bei TV-Total, ein Angebot für einen Knebelvertrag bei einem großen Plattenlabel und die erste Maxi-CD stand Ende März in den Läden. Mehr als Platz Zwölf war für Grup Tekkan aber nicht drin.

Nach einer von AOL durchgeführten Online-Abstimmung führen Ismael, Selcuk und Fatih Hira jetzt die Top Ten der nervigsten Klingeltöne 2006 an. Bei den Klingelton-Charts reichten den drei Germersheimern 18 Prozent zum Sieg. Damit schoben sie sich noch vor den aus den "RTL Freitag Nacht News" bekannten "Popo-Club" und den "Pippieman", die mit jeweils 14 bzw. 13 Prozent die Plätze zwei und drei belegten.
Mit 18 Prozent zu Ruhm und Ehre
In welche Richtung sich die Karriere der Truppe entwickeln wird, steht in den Popsternen. Ein Album ist jedenfalls in Planung. Veralberungen des Sonnenlicht-Songs ("Wo bist du, mein Aschgesischt") gibt es auch schon genug. Die Erfahrung lehrt uns dabei, dass jegliche Art von Publicity - egal ob positive oder negative - zum Erfolg beitragen kann. Letztlich zählt aber auch Talent. Und da braucht Grup Tekkan schon ganz viel Glück.
Philip Meyer-Bothling