Das Thema VDSL-Regulierung erhitzt weiter die Gemüter. Eigentlich hatte die Deutsche Telekom geplant, bis Mitte nächsten Jahres 50 Städte an das VDSL-Netz anzuschließen. Jetzt droht sie damit, genau diesen Ausbau zu stoppen. Grund: während der Bund der Telekom bereits
zugestanden hatte, zumindest vorübergehend auf eine Regulierung zu verzichten, will die EU dies
nicht akzeptieren.
Ausbaustopp?
Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke sagte nun nach Informationen des "Handelsblatt" vor Journalisten in New York: "Wir werden nicht mehr als zehn Städte an das VDSL-Netz anschließen, wenn wir keine Investitionssicherheit bekommen." Der Manager wünsche sich in Deutschland ähnliche Freiheiten, wie sie die großen US-Netzanbieter wie Verizon und AT&T bereits haben. "In Amerika hat man verstanden, dass man den großen Investoren in die Infrastruktur die Regulierung vom Hals hält", so Ricke.
Einmal mehr verwies Ricke darauf, dass die Telekom rund drei Milliarden Euro in das Hochgeschwindigkeitsnetz stecken werde. Diese Großinvestition würde sich aber nur rechnen, wenn die Telekom dafür die Pioniergewinne einstreichen könne. Die Wettbewerber des ehemaligen Monopolisten befürchten, von der Telekom bei einer ausgesetzten Regulierung durch ein neues Quasi-Monopol abgehängt zu werden.
BREKO und VATM fordern Regulierung
Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) hatte jüngst eine Studie
vorgelegt, die belegen soll, dass die Telekom über VDSL keinen bislang noch nicht vorhandenen Markt erschließe. Damit sei kein Grund für eine Regulierungsbefreiung gegeben. Ähnlich sieht das auch der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM). Er hatte letzte Woche eine Studie vorgelegt, dass ohne eine Regulierung das Breitband-Wachstum in Deutschland stark
geschwächt wird.