Montag, 22.05.2006 16:01

Online-Zocker vermehrt im Fokus von Malware

aus dem Bereich Sonstiges
Geduldig geschürftes Gold, liebevoll gepflegte Ausrüstung oder hart erkämpfte Levels – all das lockt immer mehr Datendiebe und macht Online-Zocker zum beliebten Angriffsziel. So stellte der Anbieter von Antiviren-Lösungen, Panda Software, jetzt fest, dass es allein in den vergangenen vier Monaten rund 1.400 Angriffe auf drei beliebte Internet-Spiele gab. Das entspricht einer erheblichen Steigerung um 360 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Neben World of Warcraft, über Trojaner-Attacken auf dieses Spiel hat onlinekosten.de bereits früher berichtet, waren auch Spieler von "Legend of Mir" und "Lineage" betroffen.

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Zocker virtuell abgezockt

Immer häufiger werden Online-Spielzugänge oder CD Keys gehackt, um die Lizenzierungspreise von Spiele-Entwicklern zu umgehen. Damit werden die Zockerfreuden zwar auf Kosten der Hersteller günstiger – Nutzer, deren legitime Logins genutzt wurden, laufen allerdings Gefahr, den Zugang gesperrt zu bekommen. "Hacker haben das finanzielle Potenzial erkannt, dass in Computer-Spielen steckt", warnt Luis Corrons, Leiter der PandaLabs. "Nicht nur kopierte Logins, sondern auch der mühevoll erreichte Status von geübten Spielern werden ein immer beliebteres Angriffs-Ziel in der Zocker-Community."

Besonders groß ist das Interesse an virtuellen Gütern: statt sich die Spiellevel mühevoll zu erkämpfen und auf regulärem Weg zu Stärke, Ruhm und Reichtum zu gelangen, wollen sich viele Spieler direkt von Vornherein gestärkt und gut ausgestattet ins Vergnügen stürzen. Hier finden die Malware-Urheber auch ihre Abnehmer: Zocker zahlen für die virtuellen Güter gutes Geld.

Drei Spiele, vier Gefahren

Zu den bekannten Schädlingen zählen verschiedene "Legmir"-Varianten, die Passwörter von "Legend of Mir"-Spielern erschnüffeln sowie "Gaobot"-Exemplare, die CD Keys stehlen und eine Hintertür für weitere Malware öffnen. Der Trojaner "Trj/WoW" ist auf Daten von "World of Warcraft"-Zockern aus und das "Lineage"-Virus versorgt Nutzer mit unverdienten Fähigkeiten und Privilegien.

Panda Software warnt daher, dass sich Online-Gamer bei aller Spielfreude der Gefahren bewusst sein sollten. Dateien, die über E-Mails oder Chat-Räume versendet wurden und Spieler-Vorteile versprechen, könnten Schnüffler-Software enthalten. Zum Schutz vor Online-Dieben raten die Virenexperten, Original-Software zu nutzen und eine Sicherheitslösung mit proaktiven Technologien zu installieren.
Aleksandra Leon
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