Lief es für die Deutsche Telekom im
ersten Quartal des Jahres gemessen am Gesamtumsatz und allgemein im Mobilfunk-Geschäft noch so gut, im eigentlichen Kerngeschäft des Unternehmens, dem Festnetz, laufen dem ehemaligen Staatsunternehmen die Kunden davon. Wie aus dem Quartalsbericht des Unternehmens hervorgeht, verlor die Telekom während der ersten drei Monate des Jahres 500.000 Anschlüsse an Konkurrenten wie Arcor oder Versatel.
Kampfansage
Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke sieht in diesem Bereich auch für die Zukunft kaum Aussicht auf Besserung. "Die Deutsche Telekom wird auch weiterhin Anschlüsse verlieren, weil das regulatorisch so gewollt ist", sagte er nach Informationen des "Handelsblatt" bei der Vorstellung der Quartalszahlen. Er zeigte sich aber auch kämpferisch: "Aber wir werden keinen Anschluss kampflos aufgeben."
Dennoch: In den zurückliegenden Monaten kündigten monatlich etwa 160.000 Kunden ihren Telefonanschluss. Eine bedrohliche Entwicklung, die sich auch auf die Umsatzprognose auswirkt. Sie wurde für das Festnetz in diesem Jahr um 600 Millionen Euro gesenkt.
Was hilft noch?
Ricke nannte als einen Grund für die starken Kundeneinbußen im Festnetzgeschäft die noch immer nicht abgeschlossene Fusion mit T-Online. Der Markttrend gehe hin zu Bündelangeboten aus Internet- und Telefonanschluss samt Pauschaltarifen für die Nutzung. Das kann die Telekom ihren Kunden aufgrund der getrennt operierenden Sparten derzeit nicht bieten und geht es nach dem Willen der T-Online-Aktionäre, soll das auch so
bleiben. "Kunden, die ihren DSL-Anschluss bei der Konkurrenz mieten, nehmen ihre Telefonleitung gleich mit – da helfen auch unsere aggressiven DSL-Tarife nicht mehr", zeigt sich der Telekom-Chef fast schon frustriert.
Hayo Lücke