Droht Millionen von Fußballfans eine Abseitsfalle? "Der neue Bundesliga-Pay-TV-Sender arena hat noch kein Interesse, mit dem Verband der unabhängigen mittelständischen Kabelnetzbetreiber, FRK, über die Einspeisung der Fußball Bundesligaspiele zu verhandeln. arena sperrt mit den von diesen Netzbetreibern versorgten über zwölf Millionen Fernsehhaushalten immerhin rund ein Drittel der deutschen Kabelhaushalte aus den Fußballstadien aus", wundert sich Heinz-Peter Labonte, Vorstandssprecher des FRK - Fachverband Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen über die Fehleinschätzung der arena-Strategen. Deshalb bemühe sich der FRK nunmehr, für die Vielzahl der Internetdienste anbietenden Firmen entsprechende Einspeisungsvereinbarungen für T-online und ihr Bundesligafußballangebot als Alternative zu arena zu
entwickeln.
Mangelnde Kenntnis bei arena-Machern?
Labonte bewertet die ablehnende Haltung von arena als "aus
Unkenntnis der Marktstrukturen und sprachlich bedingte Kundenferne
verursachten Fehler" eines vermeintlichen Rechtemonopolisten, der den
Bundesliga-Clubs und ihren Fußballfans in über 12 Millionen
Kabelhaushalten gegen das Schienbein trete. Mit der Entscheidung der
mit dem Kabelmarkt und den Kundeninteressen nicht vertrauten Pay TV
Verantwortlichen bei Unity Media, die mittelständischen
Kabelnetzbetreiber zu ignorieren, werde arena die selbst gesetzten
Reichweitenziele in absehbarer Zeit nicht erfüllen können.
Um den Fußballfans eine attraktive Alternative zu dem Pay-TV-Angebot von arena anzubieten, strebe der FRK Gespräche mit der
Deutschen Telekom über eine Weiterverbreitung der Bundesliga-Internetübertragungen an. Da die künftigen arena-Abonnenten für den Bundesliga-Empfang ohnehin neue Set Top Boxen kaufen sollen, beginne ein Reichweitenwettlauf mit T-online, den die mittelständischen Kabelnetzbetreiber für ihre Internet-Kunden nutzen wollen, erklärte Labonte abschließend.
Harte Verhandlungen
arena hatte Ende Dezember letzten Jahres von der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Live-Übertragungsrechte für alle 612 Spiele der 1. und 2. Bundesliga im klassischen Pay TV
erhalten. Neben eines Angebotes, das über
Satellit angeboten wird, wurden auch schon mit den zu Unity Media gehörenden Kabelnetzbetreibern ish (Nordrhein-Westfalen) und iesy (Hessen) Programmpakete
geschnürt. Mit Marktführer Kabel Deutschland konnte noch keine Einigung erzielt werden, arena sieht allerdings den Kabel-Giganten in der
Pflicht auf ein vorgelegtes Angebot zu reagieren. Zudem ist der Deutschen Telekom und der DFL ein
Streit ausgebrochen, inwieweit diese ihre Rechte für Internetstreams an mögliche Kooperationspartner weiterreichen darf.