Die US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone ist bei der Deutschen Telekom eingestiegen. Der New Yorker Finanzinvestor habe von der staatseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für rund 2,7 Milliarden Euro 4,5 Prozent an der Telekom gekauft, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung.
Neue Beteiligung
Der Preis pro Aktie habe 14 Euro betragen, was einem Aufschlag von 2,6 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Aktie vom vergangenen Freitag entspreche. Damit hält die KfW nun 17,3 Prozent an der Deutschen Telekom, der Bund weiterhin etwas mehr als 15 Prozent. Zuvor hatte bereits die "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe) von fortgeschrittenen Verhandlungen zwischen Blackstone und dem Bundesfinanzministerium berichtet.
Die Bundesregierung plant seit längerem, einen Teil der Telekom-Anteile zu verkaufen, um das Haushaltsdefizit abzubauen. Der ehemalige SPD-Parteichef Franz Müntefering hatte im vergangenen Jahr internationale Finanzinvestoren als "Heuschrecken" bezeichnet. Blackstone gehört zu der so geschmähten Gruppe.
Telekom zufrieden
Die Telekom begrüßte den Verkauf. "Wir freuen uns, mitBlackstone einen Anteilseigner gewonnen zu haben, der eine ausgewiesene Expertise im Bereich Telekommunikation hat", sagte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke in einem ersten Statement. "Damit verbunden ist eine weitere Verbreiterung der Streubesitzes der Deutschen Telekom."
Blackstone verpflichte sich gegenüber der KfW im Rahmen einer
Lock-Up-Vereinbarung, das erworbene Aktienpaket mindestens zwei Jahre zu halten. "Dies zusammen mit der Aussage, dass die KfW für mindestens ein Jahr keine weiteren Verkäufe von Telekom-Aktien tätigen wird und dass Bund und KfW größter Telekom-Aktionär bleiben wollen, ist ein deutliches Zeichen des Vertrauens in die Deutsche Telekom und adressiert klar den sogenannten Stock-Overhang, also die Erwartung des Kapitalmarktes hinsichtlich weiterer Platzierung von T-Aktien durch den Bund oder die KfW", so Finanzvorstand Dr. Karl-Gerhard Eick.