Dienstag, 04.04.2006 17:55

Hollywood versucht sich in P2P

aus dem Bereich Sonstiges
Als die Musikindustrie einsehen musste, dass der Kampf gegen Online-"Piraterie" geradezu endlos verlaufen würde, starteten die Labels eine Gegenoffensive: Legale Downloads zu fairen Preisen, so die Idee, sollte den illegalen Plattformen das Wasser abgraben. Portale wie Musicload, Napster und iTunes zeigen, sich Musik im Internet gewinnbringend vertreiben lässt. Auch Hollywood will jetzt mit legalen Filmdownloads die Release-Szene links überholen.

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Goldgrube Breitband?

Schon Anfang des Jahres hatte Warner Bros. angekündigt, seine Titel über das Internet verfügbar machen zu wollen. Universal ließ Ende März verlauten, dass sie zusammen mit AOL DVDs verkaufen wollen, denen zwei lizenzierte digitale Kopien beiliegen. Mit neuen Online-Angeboten will die Filmbranche nicht nur gegen die illegale Verbreitung von Filmen vorgehen, sondern versucht auf den Breitbandzug zu springen und neue Märkte zu erschließen.

Universal Pictures will über das AOL-Portal seine DVDs für rund 20 britische Pfund - also fast zum Normalpreis - verkaufen. Dafür liegen dem Silberling zwei legale digitale Kopien bei, die auf einem Computer abgespielt werden können. Apple-User ziehen dabei wie so oft den Kürzeren, denn die digitale Rechteverwaltung der Kopien soll Windows Media übernehmen.

Kostenfrage ungeklärt

Warner Bros. dagegen will Filme hauptsächlich über die eigene Peer-to-Peer-Plattform In2Movies vertreiben. Die Streifen sollen dort zeitgleich mit der Veröffentlichung auf DVD als digitale Kopie verfügbar sein. Das Portal sollte schon im März im deutschsprachigen Europa starten. Noch werden potenzielle Kunden jedoch vertröstet, wenn sie die Seite aufrufen. Offenbar denkt Warner noch über die Preise nach, dazu gabe es bisher keine Informationen.

Die US-amerikanischen Download Portale Movielink und CinemaNow wollen noch diese Woche aktuelle Titel in ihr Downloadrepertoire aufnehmen. Bisher waren die beiden Portale reine Verleihe. Beide Portale zogen sich jetzt "Download-to-Own"-Verträge mit den großen Filmstudios an Land. Der Endkunde kann damit ein Dauernutzungsrecht an der digitalen Kopie erwerben.

Alle Titel sollen DRM-geschützt und nicht auf optische Medien (DVDs oder CDs) übertragbar sein. Damit lassen sich online erworbenen Titel nicht mit einem normalen DVD-Player, sondern nur auf dem PC anschauen - wenn der heimische Computer mit dem Fernseher verbunden ist, auch auf dem Sofa.
Philip Meyer-Bothling
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