Die Online-Enzyklopädie Wikipedia wird vorerst doch nicht als gebundene Lexikonausgabe erscheinen. Aufgrund mangelnder Beteiligung aus Reihen der Mitarbeiter erklärte Wikipedia das Projekt vorerst für gescheitert.
Sinnlose Diskussionen
"Nach vielen sinnvollen und noch mehr sinnlosen Diskussionen in den letzten zwei Monaten möchten wir einen Strich ziehen. Es ist leider abzusehen, dass das Projekt im vorgeschlagenen Zeitrahmen wegen der schleppenden Beteiligung sowie der Abwartehaltung vieler Mitarbeiter nicht zu realisieren ist", heißt es auf der
Projektseite der Online-Enzyklopädie.
In 100 Bänden mit jeweils 800 Seiten wollte der Zenodot Verlag die Wikipedia-Artikel veröffentlichen. Der erste Band sollte im Oktober pünktlich zur Frankfurter Buchmesse erscheinen. Der Verlag monierte eine massive Unkenntnis der GNU-Lizenz, unter der die Autoren ihre Texte bei Wikipedia veröffentlichen, und rät zu einer besseren Information der Nutzer. Die Lizenz erlaubt eine kommerzielle Verwertung der Texte, mit der aber anscheinend nicht alle Wikipedia-Autoren einverstanden sind. Einige Wikipedianer hatten in der Vergangenheit sogar mit Klagen gedroht, da sie eine unzulässige Verwendung ihrer Artikel befürchteten.
Doch nicht zur Buchmesse
Komplett gestorben ist das Projekt für den Berliner Verlag aber noch nicht. Im Januar kommenden Jahres will das Unternehmen erneut versuchen, eine Diskussion über die Realisierung in Gang zu setzen.
Denise Bergfeld