Die EU-Kommission hat eine neuerliche Warnung an den US-Softwarekonzern Microsoft gerichtet: In einem Schreiben an Microsoft erklärte die Brüsseler Kommission, das Unternehmen respektiere immer noch nicht die "Anti-Monopol"-Regelungen der EU. Ein von beiden Seiten eingesetzter unabhängiger Schlichter teile die Meinung der Kommission.
Nachhaltige Forderungen
Brüssel fordert von Microsoft, dass es seinen Konkurrenten hinreichende Informationen über das Windows-Betriebssystem zur Verfügung stellt, damit diese ihre Software daran anpassen können. Andernfalls missbrauche der US-Konzern sein Quasi-Monopol. Microsoft habe seine Dokumentation zwar "leicht" verbessert; trotzdem blieben die Informationen "unvollständig und ungenau", heißt es in einem Bericht des Schlichters.
Microsoft liegt bereits seit Jahren mit Brüssel über Wettbewerbsfragen im Clinch. Dabei geht es vor allem um die marktbeherrschende Stellung von Windows. 2004 hatte die EU-Kommission wegen Missbrauchs seiner Marktstellung eine Rekordstrafe von 497 Millionen Euro gegen Microsoft verhängt. Darüber will im April das Europäische Gericht Erster Instanz verhandeln.
Hayo Lücke
/ afp