Wer viel mit dem Auto unterwegs ist, weiß die Vorzüge einer Freisprecheinrichtung zu schätzen. Durch sie ist es nicht nur legal, während des Fahrens zu telefonieren, auch soll der ganze Spaß deutlich sicherer sein als mit einer Hand am Ohr durch den Straßenverkehr zu navigieren. Das Magazin gesundheitpro.de berichtet nun, dass dies allerdings ein Irrglaube ist.
US-Wissenschaftler haben nach Informationen des Magazins herausgefunden, dass es für eine schnelle Reaktion nicht ausreicht, die Hände bloß frei zu haben. In einem Simulator mussten 40 Studenten einem Auto mit immer gleicher Geschwindigkeit folgen, bis dieses vor ihnen bremste. Währenddessen sollten sie auf optische und akustische Reize - teilweise ein rotes Licht im Rückspiegel, teilweise ein Piepston - reagieren. Tauchte der Reiz auf, mussten sie eine Taste am Lenkrad drücken oder laut "Eins" oder "Zwei" sagen, je nachdem, wie oft sie den Reiz wahrgenommen hatten. Beide Reize ähneln dem Telefonieren mit einer Freisprecheinrichtung: Bei vielen Autotelefonen nimmt man mit einem Tastendruck am Lenkrad das Gespräch an, sprechen und damit möglichst sinnvoll auf den Gesprächspartner reagieren gehört wohl zu jedem Telefongespräch.
Erstaunliche Erkenntnisse
Die Studenten in San Diego bremsten verzögert, wenn die Bremslichter des vor ihnen fahrenden Autos gleichzeitig oder kurz vor den Reizen angingen. Um 174 Millisekunden verlangsamte sich die Reaktionszeit, was niedlich klingen mag. Doch 174 Millisekunden sind bei einem 105 Stundenkilometer schnellen Auto bereits 5 Meter - mit den Bremslichtern eines vorausfahrenden Autos im Blick möglicherweise zuviel. In den Versuchen war es egal, ob die Reize nur aus Tönen oder nur aus Licht bestanden. "Die Studie unterstützt die Forschungsergebnisse, die zeigen, dass Freihändigeit nicht in schnelleren Bremsreaktionszeiten mündet", sagt Levy.
Hayo Lücke