Der schnellste Supercomputer Europas ist im Forschungszentrum Jülich in Nordrhein-Westfalen in Betrieb gegangen. Der von IBM gebaute Computer schafft pro Sekunde bis zu 46 Billionen Rechenschritte, teilte das Forschungszentrum zur Einweihung des Rechners mit dem Namen "Jülicher Blue Gene/L" (JUBL) mit. Mit dem neuen Superrechner steht die Einrichtung in Jülich weltweit auf Platz eins unter den rein wissenschaftlich orientierten Forschungszentren.
Bei den Forschern gilt die JUBL-Technologie als Schlüssel zu grundlegenden Erkenntnissen in Biologie, Chemie, Physik und Klimaforschung. Sie soll Materialwissenschaftlern, Nanotechnologen und Energieforschern Wege zu völlig neuen Anwendungen eröffnen.
Über 16.300 Prozessoren arbeiten
Die in Europa einzigartige Rechenleistung des neuen Computers wird den Angaben zufolge durch den parallelen Betrieb von insgesamt 16.384 stromsparenden Prozessoren erzielt. Die Blue-Gene-Türme in der klimatisierten Jülicher Rechnerhalle werden zudem ergänzt durch den in Jülich bereits installierten Supercomputer JUMP. Derzeit nutzen mehr als 200 europäische Forschergruppen die Rechenkapazität des zwischen Aachen und Köln gelegenen Forschungszentrums, das mit rund 4.300 Mitarbeitern die größte multidisziplinäre Einrichtung dieser Art in Europa ist.
Zu den Schwerpunkten der Forschungsarbeit in Jülich zählen Energieversorgung, Umweltschutz, Umgang mit Information sowie Erhalt von Gesundheit. Dabei verfügt das Forschungszentrum über Schlüsselkompetenzen in den Bereichen Physik und wissenschaftliches Rechnen mit Supercomputern. Die 1956 gegründete Einrichtung ist Mitglied der Hermann-von-Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Gesellschafter der Jülicher Einrichtung sind die Bundesrepublik Deutschland und das Land Nordrhein-Westfalen.
Hayo Lücke
/ afp