Die Fußball Bundesliga hat für den Pay-TV-Sender Premiere offenbar doch richtungsweisenderen Charakter als in der Vergangenheit behauptet wurde. Anders sind die intensiven Bemühungen um alternative Übertragungsrechte für Live-Spiele der höchsten deutschen Spielklasse nicht zu erklären. Mitte Dezember hatte Premiere die Rechte zur Übertragung von Live-Spielen an den Sportrechtevermarkter Arena
verloren und sich seitdem intensiv nach möglichen Kooperationen umgesehen.
Premiere meets Telekom
Das Magazin "Kontakter" berichtet nun, dass Premiere unmittelbar vor einer Einigung mit der Deutschen Telekom stehe. Wie es heißt, will Premiere ab August über einen Zeitraum von drei Jahren mit der Telekom kooperieren. Premiere-Kunden, die einen DSL-Anschluss besitzen, sollen so genannte Streamingboxen der Telekom-Tochter T-Online erhalten, die schon heute bei T-Online Vision zum Einsatz kommen.
Wird die Box mit DSL-Anschluss und Fernseher verbunden, soll es möglich werden, die Bundesliga-Spiele wie bisher auf dem TV-Bildschirm zu verfolgen. Wie es heißt, sollen bei den Berichterstattungen bekannte Gesichter aus dem bisherigen Premiere-Team zum Einsatz kommen.
Welche Bandbreite?
Unklar ist bisher allerdings noch, welche DSL-Kunden der Telekom am Ende wirklich in den Bundesliga-Genuss kommen werden. Die Live-Streams erfordern eine hohe Bandbreite, die voraussichtlich nur über das neue VDSL-Netz gewährleistet werden kann. Dieses Netz steht zu Beginn aber nur in zehn deutschen Städten zur Verfügung. Somit würden nur wenige DSL-Kunden von der neuen Kooperation profitieren können.
Hayo Lücke