Dienstag, 28.02.2006 18:16

HSDPA: Datenturbo für UMTS-Verbindungen

aus den Bereichen CeBIT, Mobilfunk
Neben schnelleren Datenraten wird HSDPA auch dafür sorgen, dass alle Nutzer, die gleichzeitig auf eine UMTS-Zelle zugreifen, besser organisiert werden. Das bedeutet, dass künftig mehr Teilnehmer gleichzeitig mit hohen Datenraten online gehen können. Mehr Tempo gibt es auch bei den so genannten Roundtrip-Zeiten, die für schnelle Antwortzeiten von Servern wesentlich sind. Waren bei UMTS-Verbindungen 400 Millisekunden üblich, sollen es bei HSDPA-Verbindungen nur noch 100 Millisekunden sein.

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Neue Technik

Netzbetreiber, die HSDPA einführen möchten, müssen ihre modernsten Basisstationen mit neuer Software und ältere Modelle mit zusätzlicher Hardware in Form von Steckkarten ausstatten. Der Hardwareaustausch ist meist ohne Probleme möglich, da die vorhandene Technik für derartige Erweiterungen bereits ausgelegt ist. Software-Updates werden häufig nachts durchgeführt, sodass der Mobilfunkkunde hiervon überhaupt nichts mitbekommt.

Für den Endkunden ändert sich mit der HSDPA-Einführung kaum etwas. Voraussetzung zur Nutzung des Datenturbos ist allerdings, dass die Notebook-Karte oder das Handy HSDPA-fähig ist. Entsprechend vorkonfigurierte UMTS-Notebookkarten sind bereits im Handel erhältlich; sie können per Software-Update, das der Nutzer selbst durchführen kann, auf HSDPA-Standard gebracht werden. Sobald die neue Übertragungstechnik in die Massenvermarktung startet, wird es auch fertig vorkonfigurierte Karten im Handel geben. Erste HSDPA-Handys sind für das zweite Quartal 2006 angekündigt.

Noch schneller: Super 3G

Auch wenn sich die Mobilfunkbranche derzeit schon sehr auf HSDPA freut, ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Zwischen 2009 und 2012 ist mit der Einführung eines weiteren Standards zu rechnen, der in der Branche den markanten Namen "Super 3G" trägt. In den Köpfen der Entwickler geistert die Idee, Übertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s im Downstream zu ermöglichen. In der umgekehrten Richtung, also vom Endgerät zur Basisstation im Uplink, sollen bis zu 50 Mbit/s realisiert werden.

Mit "Super 3G" wird die UMTS-Evolution, die mit den Einführungen von HSDPA und HSUPA beginnen und fortgesetzt wird, konsequent weitergeführt. Sicher ist, dass im UMTS-Standard mit seinen Datenbeschleunigern viel Potenzial schlummert, das es auszuschöpfen gilt, bevor etwa im Jahr 2014 die vierte Mobilfunkgeneration (4G) eingeführt werden soll.
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