Wenn es darum geht, neue Umsatzquellen zu erschließen, setzen die vier großen Mobilfunkanbieter Deutschlands zunehmend auf mobile Datendienste. Großes Manko: wer über ein Handy beziehungsweise eine Notebook-Karte im Internet surfen oder seine E-Mails abrufen möchte, muss nicht nur vergleichsweise viel zahlen, wirklich schnell sind die Online-Verbindungen auch nicht. Mit dem neuen Datenturbo HSDPA, der in Deutschland zur CeBIT in die Massenvermarktung startet, soll sich das ändern. HSDPA steht für High
Speed Downlink Packet Access und soll langfristig Übertragungsraten von bis zu 7,2 Mbit/s möglich machen.
Ein langer Weg
Unterwegs online zu gehen ist entweder an WLAN-Hotspots möglich oder über die vier deutschen Mobilfunknetze, bei denen zwischen
GPRS- (General Packet Radio Service),
UMTS- (Universal Mobile Telecommunications System) und künftig HSDPA-Verbindungen unterschieden werden muss. Während GPRS maximale Übertragungsraten von 54,4 kbit/s erreicht, brachte die Einführung von UMTS immerhin eine Beschleunigung auf 384 kbit/s.
Noch schneller soll es mit HSDPA gehen. Diese neue Technik baut auf dem UMTS-Standard auf und soll mobile Datenverbindungen schrittweise spürbar beschleunigen. Zunächst werden überall dort, wo ein UMTS-Netz verfügbar ist, Geschwindigkeiten von bis zu 1,8 Mbit/s im Downstream realisiert. Voraussichtlich im Jahr 2007 soll die Geschwindigkeit auf 3,6 Mbit/s gesteigert werden, für circa 2009 ist schließlich der finale Schritt auf 7,2 Mbit/s geplant. Theoretisch sind mit HSDPA sogar bis zu 14,4 Mbit/s im Downstream möglich.
Schneller Upload
Doch nicht nur das Herunterladen von Dateien aus dem Internet wird bschleunigt, mit HSDPA wird auch der Datenversand schneller. Das ist für Geschäftskunden wichtig, die E-Mails mit größeren Anhängen verschicken oder größere Datenmengen auf einen Server übertragen müssen. Im so genannten Upstream wird mit der Einführung von HSDPA die Übertragungsrate auf bis zu 384 kBit/s gesteigert. Bei einfachen UMTS-Verbindungen sind bisher maximal 64 kBit/s möglich.
Voraussichtlich ab 2007 wird zudem mit
HSUPA (High Speed Uplink Packet Access) ein neuer Standard eingeführt, der auch den Upstream zu einem regelrechten Datenturbo machen soll. In einer ersten Stufe soll HSUPA den Upstream auf 1 Mbit/s beschleunigen, theoretisch sind bis zu 5,76 Mbit/s möglich.