Die Denic kann zufrieden sein: sowohl ihr technisches als auch ihr wirtschaftliches Wachstum sind beeindruckend. Und auch das iranische Pendant IRNIC zeigte sich optimistisch. Die Zahlen sprechen für die beiden Registrare.
Sabine Dolderer vom deutschen .de-Registrar Denic eröffnete vor einigen Wochen die Branchenkonferenz domain pulse mit ihrer Begrüssungsrede und präsentierte zugleich die Ergebnisse der Arbeit von Denic. Das technische Setup habe der Registrar aufgrund der gestiegenen Anforderungen ausgebaut, so Dolderer: die Name Server Locations seien leistungsfähiger geworden und würden Auslastungsspitzen noch besser abfedern können, da die durchschnittliche Maximalbelastung dauerhaft auf unter 5 Prozent gedrückt werden konnte. Zudem würden mehr und mehr Rechenzentren auch im Ausland stehen, um für Redundanz zu sorgen. Der allgemeine Betrieb laufe somit problemlos - alles sei "im grünen Bereich".
Zur eigenen Domain in weniger als einer Sekunde
Doch auch Spezialbereiche der Denic´schen Arbeit entwickelten sich bestens, so Dolderer weiter. Ein großes Registrarthema sei die eingeführte Echtzeitregistrierung von .de-Domains geworden. Während bisher die durchschnittliche Antwortzeit für eine Registrierungsanfrage unter zwei Minuten lag, kann sie mit dem neuen System in Echtzeit durchgeführt werden. Die Antwortzeit beträgt nun im Mittel unter einer Sekunde. Für die Sicherheit sorge das TLS-Protokoll. Ende 2003 habe man die erste Arbeitsgruppe initiiert, im Frühjahr 2004 einen Designvorschlag erarbeitet und seit Juni 2005 befindet sich die zusätzliche Schnittstelle in Betrieb. Derzeit habe die Denic 37 Mitglieder im Produktiv- und 75 weitere im Testbetrieb.
Schließlich kam Dolderer auf ENUM zu sprechen. Die Denic war mit .de die erste Länderkennung, die eine Delegation bei RIPE beantragt hat, so die Denic-Sprecherin. Derzeit gebe es 60 Mitglieder, die ENUM registrieren und insgesamt gut 3600 ENUM-Domains. Neben den "ENUM-Tagen" biete die Denic auch alle Vorgänge transparent und für jedermann einsehbar im Netz unter
www.denic.de/de/enum an. Das Whois biete im Vergleich zur .de-Domain übrigens nur technische Informationen, so Dolderer weiter, weil von einer ENUM-Domain im Vergleich zur TLD .de keine Rechtsverletzungsgefahr ausgehe. Seit Januar dieses Jahres befindet sich das System im Wirkbetrieb.