Laut Bundeskriminalamt Wiesbaden wurden im Jahr 2004 insgesamt gut 4.800 Tatverdächtige wegen des Besitzes und/oder der Beschaffung von Kinderpornografie erfasst. Schätzungen der Dunkelziffer in Deutschland belaufen sich auf bis zu 60.000 Konsumenten.
Schnellere Ermittlungen
Eine europäische Arbeitsgruppe von Rechtsmedizinern und Anthropologen arbeiten zusammen mit einer Bochumer Firma an einer Software zur automatischen Altersschätzung von Kindern und Jugendlichen auf Fotos. Die Software soll Ermittlern bei der Sichtung kinderpornografischen Materials aus dem Internet helfen.
Scannen und Vergleichen
Das Programm arbeitet mit Vergleichsdaten. Um diese zu sammeln wurden bereits in drei europäischen Ländern Daten von 600 Kindern im Kindergartenalter gesammelt. Durch die Gesichtsfotos der Kinder wird die Software auf alterstypische Proportionen getrimmt, mit denen die pornografischen Bilder dann verglichen werden sollen. Das Programm soll dabei später auch voll automatisch arbeiten, um den Beamten nicht nur Zeit, sondern auch den Anblick des umfangreichen Materials zumindest teilweise zu ersparen.
Die Entwickler planen nun eine zweite Datenerfassungsphase. 1.650 Jugendliche im Alter zwischen 11 und 18 Jahren sollen, selbstverständlich anonymisiert, datentechnisch erfasst werden. Auch in Deutschland werden 550 Teenager zum Vergleich untersucht. Das federführende Institut für Rechtsmedizin der Uniklinik Düsseldorf wird dazu die Kooperation mit Eltern, Schulen und Sportvereinen im Raum Düsseldorf suchen.
Philip Meyer-Bothling