Nach einem Gewinneinbruch im wichtigen Weihnachtsquartal hat der weltgrößte Internet-Händler Amazon im Gesamtjahr 2005 die Erwartungen der Analysten enttäuscht. Das Nettoergebnis sank um 39 Prozent verglichen mit dem Vorjahr, wie Amazon in Seattle mitteilte.
Versandkostenbefreiung teuer
Insgesamt standen 359 Millionen Dollar (rund 297 Millionen Euro) unter dem Strich, während es im Vorjahr noch 588 Millionen gewesen waren. Allerdings hatten 2004 außergewöhnliche Steuergewinne das Ergebnis in die Höhe geschraubt. Amazon-Sprecherin Christine Höger erklärte gegenüber onlinekosten.de, Amazon hätte zudem viel in seine Kunden investiert.
"Allein durch die Versandkostenfreiheit haben die Kunden von Amazon.com insgesamt über 475 Millionen US-Dollar gespart", sagte Höger. Die Analysten aber sähen dies nicht gerne, der Kunde dagegen schon. Dies belastete aber auch das Nettoergebnis des Weihnachtsgeschäfts im vierten Quartal: Unter dem Strich standen hier mit 199 Millionen Dollar 43 Prozent weniger als im Vorjahr, der Umsatz stieg allerdings um 17 Prozent auf 2,98 Milliarden Dollar.
Umsatzsteigerung und Gewinnrückgang
Amazon selbst gibt sich zufrieden: "Wir lagen mit dem Ergebnis des vergangenen Weihnachtsgeschäfts voll in unseren Erwartungen", sagte Höger. Für das laufende Jahr erwartet Amazon nach eigenen Angaben ein Umsatzplus von rund 20 Prozent. Die Anleger nahmen die Angaben mit Enttäuschung auf: Die Amazon-Aktie verlor im elektronischen Handel nach Börsenschluss zeitweise mehr als acht Prozent.
Denise Bergfeld
/ afp