Mittwoch, 01.02.2006 08:28

"Goobuntu": Google bastelt an eigenem Linux

aus den Bereichen WebHosting, Computer
Bei Google wird wieder gebastelt. Diesmal könnte dabei die Vormachtstellung von Microsoft wackeln, meinen einige Beobachter. Wie das britische Internetmagazin "The Register" berichtet, soll Google bestätigt haben, an einer eigenen Linux-Distribution zu arbeiten. Diese soll den internen Namen "Goobuntu" tragen und auf der ähnlich klingenden Distribution Ubuntu basieren. Die sonst übliche Adressgebung auf das neue Google-Projekt angewandt, "http://goobuntu.google.com", führt allerdings zur Zeit noch ins Leere.

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Goobuntu powered by Ubuntu?

Genauere Einzelheiten gab Google zu seinen Linux-Plänen aber noch nicht bekannt. Ubuntu selbst basiert auf Debian und verwendet GNOME als Standard-Benutzeroberfläche. "Distrowatch.com", eine Webseite die verschiedene Distributionen vergleicht, listet Ubuntu derzeit auf dem ersten Platz der Linux-Top-Ten. Ein Einstieg von Google könnte dem Projekt weiteren Auftrieb verleihen.

Wie bei allen neuen Google-Produkten dürfen auch beim Linux-Projekt die Spekulationen nicht fehlen: Von manchen Beobachtern wird ein eigenes Google-Betriebssystem als Angriff auf Microsofts Vormachtstellung im Software-Segment gesehen. Schon mit dem Google Pack, einer Sammlung von "essentiellen" Programmen, setzt die Suchmaschine auf Microsoft-Alternativen, wie zum Beispiel den freien Internetbrowser Firefox. Auch eigene Software, wie Google Earth oder der Bildermanager Picasa, ist in dem Paket enthalten.

Linux mit Werbung?

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass "Goobuntu" nur für interne Zwecke entwickelt wird, um den eigenen Mitarbeitern eine Alternative zu den Microsoft-Betriebssystemen zu bieten. Sollte das Google-Linux jedoch für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, stellt sich die Frage nach der Finanzierung des Projekts.

Die Google-Dienste sind für gewöhnlich kostenlos. Kontextbezogene Werbung in Form der Google Adwords sichern der Suchmaschine das benötigte Einkommen. Bei einer eigens entwickelten Linux-Distribution könnte diese Werbung nicht nur während des Surfens im Web, sondern auch beim Musikhören, Texte schreiben oder in anderen Applikationen eingebunden werden. Allerdings ist die Einbindung von Werbung im Google-Linux relativ unwahrscheinlich, da diese nicht nur die Linux-Community, sondern wahrscheinlich auch den normalen Anwender verärgern würde.
Christopher Bach
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