Dienstag, 31.01.2006 00:01

Strahlenbelastung durch schnurlose Telefone

aus dem Bereich Mobilfunk
Verbraucher sind durch schnurlose Telefone einer unnötig starken elektromagnetischen Strahlung ausgesetzt. Von 13 so genannten DECT-Telefonen, die das Frankfurter Verbrauchermagazin "Öko-Test" für seine Februar-Ausgabe untersuchte, schafften nur zwei Geräte ein "befriedigend" beziehungsweise "ausreichend". Zwei Modelle waren "mangelhaft" und neun fielen mit "ungenügend" durch.

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Viele Strahlen

Bei den beiden besseren Telefonen - das Orchid LR128 TAM Low Radiation und das Eurit 557 Eco Mode von Swissvoice - handelt es sich um Modelle der neuen Generation. Die Hersteller dieser Geräte verzichten auf den problematischen dauerhaften Sendebetrieb und konnten dadurch immerhin die Belastungsdauer gegenüber herkömmlichen Schnurlostelefonen reduzieren. Ungeklärt bleibe aber auch bei diesen Telefonen das Problem der ungeregelten Strahlungsleistung im Sendebetrieb, erklärte "Öko-Test": Basisstation und Handgerät senden während des Telefonierens immer mit der gleichen Leistung - unabhängig davon, ob der Nutzer einen oder 300 Meter von der Basisstation entfernt ist.

Die Wirkung gepulster elektromagnetischer Strahlung, die von DECT-Telefonen erzeugt wird, wird unterschiedlich diskutiert. Zwar gibt es Hinweise auf biologische Wirkungen, aber keine Nachweise darauf, dass hochfrequente elektromagnetische Felder gesundheitliche Schäden verursachen.

Forderungen an die Industrie

Rüdiger Matthes, Experte am Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter, forderte die Industrie zur Entwicklung schnurloser Telefone auf, die die persönliche Strahlenbelastung minimieren. DECT-Telefone sollten so konzipiert sein, dass sie die Leistung während des Telefonierens der Entfernung von der Basisstation anpassen. Zudem sollten schnurlose Telefone im Stand-By-Betrieb strahlungsfrei sein. "Erfreulicherweise gibt es jetzt neue Geräte, die genau diese Forderung erfüllen und so die Strahlenbelastung im Haushalt senken", erklärte Matthes.

Um möglichen gesundheitlichen Risiken vorzubeugen, empfehlen BfS und "Öko-Test", die Basisstation beispielsweise im Flur aufzustellen, wo man sich nicht ständig aufhält. Das DECT-Telefon sollte nicht direkt auf den Schreibtisch gestellt werden und gehört auch nicht ins Schlaf- oder Kinderzimmer. Wenn möglich, sollten die Telefonate kurz gehalten werden.
Hayo Lücke / afp
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