Freitag, 27.01.2006 09:18

T-Mobile: Kampfansage an Mobilfunk-Discounter

aus dem Bereich Mobilfunk
Man muss es klar sagen: die Zahlen sprechen für T-Mobile. Beachtliche 810.000 neue Kunden lockte T-Mobile im letzten Quartal des Jahres 2005 an. Damit trotzt die Tochter der Deutschen Telekom im scharfen Preiswettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt den so genannten Mobilfunk-Discountern. Aber: 564.000 Neukunden entschieden sich für eine günstige, weniger werthaltige Prepaid-Karte um über Angebote wie Xtra Nonstop oder Xtra Click&Go zu günstigen Minutenpreisen telefonieren zu können.

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Werthaltigerer Wachstum

T-Mobile-Chef René Obermann sieht aber keinen Grund, Trübsal zu blasen. Sein Unternehmen habe "ein deutlich stärkeres Wachstum bei den Umsatzstarten Vertragskunden erzielt" als Hauptkonkurrent Vodafone sagte Obermann der Tageszeitung "Die Welt". Auch in anderen Ländern sei T-Mobile erfolgreicher gewachsen. Zum Beispiel auf dem Heimatmarkt von Vodafone, in Großbritannien. Obermann räumte in dem Interview ein, dass auch bei T-Mobile der durchschnittliche Umsatz pro Kunde rückläufig sei, fügte aber an: "Insgesamt scheint mir unser Wachstum jedoch werthaltiger zu sein als bei den Konkurrenten."

Den eingeschlagenen Kurs "Sparen für Wachstum" soll beibehalten werden. Als erster Anbieter in Deutschland werde sein Konzern bei den Bestandskunden die 30 Millionen-Grenze überschreiten, so Obermann. T-Mobile konnte in Deutschland zum Jahresende auf 29,52 Millionen Kunden blicken, Hauptkonkurrent Vodafone auf 29,17 Millionen. Mit weitem Abstand liegt der jüngste der vier deutschen Mobilfunkanbieter, o2, mit nur 9,77 Millionen Kunden auf dem letzten Platz. o2 ist der KPN-Tochter E-Plus, die vermutlich auf circa 10,5 Millionen Kunden zum Jahresende kam, jedoch dicht auf den Fersen.

T-Mobile will in den kommenden Monaten weiter stark wachsen und dabei den Trend, dass das Handy zunehmend als Festnetzalternative genutzt wird, fortsetzen. Der kürzlich vorgestellte Tarif T-Mobile@home, bei dem in einem festgelegten Heimat-Bereich schon ab 4 Cent pro Minute telefoniert werden kann, soll dabei helfen. Außerdem sollen mobile Datendienste noch stärker genutzt werden als bisher.

Kampfansage

Auch an der Tariffront soll sich etwas tun. "Wir werden am Markt mit noch aggressiveren Tarifangeboten auftreten", so Obermann. In Anspielung auf den harten Wettbewerb mit den Discountern wählt der T-Mobile-Chef klare Worte: "Wir werden uns nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Dies ist durchaus als Kampfansage zu verstehen."
Hayo Lücke
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