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Dienstag, den 24.01.2006 15:04

Razzia: Ermittlungen gegen die GVU

aus dem Bereich Sonstiges
Von Volker Briegleb
Die "Operation Boxenstopp" sollte für die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) ein weiterer Ermittlungserfolg gegen die Dank der weiten Verbreitung von Breitband-Internet durch DSL immer beliebtere Filmpiraten-Szene werden. Im Rahmen der Polizeiaktion durchsuchten hunderte Beamte am Dienstagmorgen zahlreiche Privatwohnungen und Geschäftsräume in mehreren Ländern. Die GVU hatte die Ermittlungen auch in diesem Fall unterstützt. Doch gerieten die Hamburger Piratenjäger diesmal selbst ins Visier der Fahnder. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen verdächtigt die private Organisation, die Verbreitung so genannter Warez aktiv unterstützt zu haben.

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Schwerer Schlag

Tatsächlich ist den Urheberrechtsschützern heute erneut ein schwerer Schlag gegen die Szene gelungen. Betroffen waren unter anderem die so genannten "Boxen" großer Release-Groups wie GTR, GWL, MRM und ECP sowie die Pay-Server "Klapsmühle" und "Paradise Beach". Das geht auch aus einer Pressemitteilung der GVU vom heutigen Dienstag hervor. Nach einer gemeinsamen Recherche von onlinekosten.de und dem Computermagazin "c't" waren diesmal aber nicht nur Warez- und Release-Groups Gegenstand der Ermittlungen.

Was nur kurz am Ende der offiziellen GVU-Mitteilung steht: Die Fahnder schlugen auch bei der GVU zu. So haben die Ermittler heute neben den Hamburger Geschäftsräumen der GVU auch die Wohnung eines hochrangigen GVU-Mitarbeiters durchsucht. Die GVU bestätigte die Durchsuchung der Büros kurz und erklärt den Polizeibesuch damit, dass die Behörden von der GVU ermittelte Informationen offenbar "verifizieren" wollten.

Durchsuchung bei der GVU

Den Redaktionen von onlinekosten.de und der c't liegt die inzwischen aus anderer Quelle bestätigte Aussage eines GVU-nahen Informanten vor, nach der mindestens einer der heute in Frankfurt beschlagnahmten Server mit Unterstützung von GVU-Mitarbeitern betrieben worden sei. Weiterhin soll zumindest einer der beiden GVU-Geschäftsführer von diesen Vorgängen Kenntnis gehabt haben. Diesem Verdacht geht auch die federführende Staatsanwaltschaft Ellwangen nach und erhofft sich von der Durchsuchung gesicherte Erkenntnisse zur Finanzierung der Server und der genauen Rolle der GVU.

"Die GVU ermittelt Urheberrechtsverletzungen im Bereich Film- und Entertainmentsoftware und unterstützt die Strafverfolgungsbehörden", heißt es auf der offiziellen Website der Gesellschaft. Unterstützung erhält sie dabei unter anderem von der Filmwirtschaft. Sollten also ausgerechnet GVU-Mitarbeiter an der illegalen Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials beteiligt sein?

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