Dialer-König Mario Dolzer begibt sich unter die Wohltäter: Als "Domain-Engel" gibt er vor, herrenlose Netzadressen vor Missbrauch schützen zu wollen. Seine Methode ist allerdings ganz die alte -- und nicht gerade engelsgleich.
Dialer-King mit Flügelchen
Als Philipp Nordmeyer seine Domain "wahn-der-gedanken.de" aufruft, trifft ihn der Schlag. Wo er sein Blog erwartete, findet er jetzt eine Nachricht des "Domain-Engels". Der himmlische Glücksbote freut sich, die beim Wechsel des Hosters irrtümlich frei gewordene Domain vor unbefugtem Zugriff durch Dritte gerettet zu haben. Hinter der "Rettungsaktion" steckt eine alter Bekannter:
Mario Dolzer.
Doch wie kam der Domain-Engel so schnell an die frei gewordene Adresse? Auf der Website bietet Dolzer dafür ein "Sozial-Tool" zum Download an. Wer dem Domain-Engel bei seiner karitativen Arbeit helfen will, soll das Programm "help.exe" (auf der Website zunächst "k.exe", später "k2.exe" genannt) herunterladen und installieren. Wir erinnern uns: Dolzer hat in der Vergangenheit ein Programm namens "k.exe" über zahlreiche seiner Dialer-Seiten verbreitet. Das kleine Tool nistete sich in Windowssystemen ein und fragte zahlreiche Domains bei verschiedenen Whois-Servern ab. Handelt es sich bei Dolzers neuer Sozial-Software also auch um die berüchtigte "k.exe", die vom Virenschutzhersteller AntiVir als Trojaner eingestuft wurde?
Der Domain-Engel bietet seine Hilfe an
Neues Kleidchen
Die Antivirus-Experten von
ESET haben das Tool für den
DSL-Vergleichsdienst onlinekosten.de analysiert. Offenbar sind verschiedene Versionen des Programms im Umlauf, die sich in Lizenztext und Lizenznehmer unterscheiden und daher auch in ihren Dateigrößen etwas voneinander abweichen. Nach der Analyse der Virenexperten ist jedoch die Funktionsweise des neuen Tools die gleiche. Das gibt Dolzer auch unumwunden zu: "Das Programm überwacht eine Vielzahl von Domains, in dem es prüft, ob diese Domains noch registriert sind. Wird eine der überwachten Domains frei, wird diese sofort auf unseren Namen registriert."
Trotzdem bestreitet Dolzer, dass es sich bei dem angeblich neuen Tool um die "k.exe" handelt.
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