Der 21. Dezember dieses Jahres war ein großer Tag für einen neuen Player am deutschen Fernsehhimmel. Der Sportrechte-Vermarkter arena bekam von der Deutschen Fußball Liga (DFL) für die kommenden drei Jahre die
Live-Rechte zugesprochen. Wie von onlinekosten.de bereits
berichtete, will das neue TV-Zugpferd der Bundesliga Live-TV zu einem erschwinglichen Preis anbieten. Jetzt hat arena-Chef Bernard de Roos in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" erstmals ausführlich über das gesprochen, was sich Fußball-Deutschland von dem neuen Bundesliga-Sender Nummer Eins erhoffen darf.
Zusammenarbeit mit Free-TV
De Roos machte noch einmal deutlich, dass es bei dem arena-Angebot nicht um Exklusivität gehe. "Unser Projekt ist eben Fußball für alle". Daher sehe man die "Sportschau" bei der ARD auch nicht als Konkurrenz, sondern als verlässlichen Partner. "Wenn Fußball dort interessant dargeboten wird, kann das auch für uns gut sein, denn Fußball wird in Deutschland im Ganzen attraktiver." Nicht zu Unrecht verweist er darauf, dass Fußball im Free-TV erst nach 22 Uhr nur für eine begrenzte Zielgruppe attraktiv gewesen wäre. "Die Kinder sind schon im Bett, die Jugendlichen vielleicht in der Disco, die Erwachsenen haben auch was vor", analysiert de Roos.
Für die kommenden Jahre peilt arena hohe Ziele an. Binnen drei Jahren will das Unternehmen mit seinem neuen TV-Sender, der übrigens nicht "arena TV" oder ähnlich heißen soll, sechs Millionen Kunden erreichen. Bereits bei deutlich weniger als sechs Millionen Kunden sei man aber schon in der Gewinnzone, so der arena-Boss. Derzeitige Premiere-Kunden, die in erster Linie des Sportprogramms dort Kunde sind, will arena in einer möglichst großen Anzahl zu sich locken. Bisherige Decoder samt Smartcard sollen auch für das neue arena-Angebot nutzbar sein.
Verschiedene Pakete in Planung
Zum Saisonstart werden sich Fußballfans nach dem derzeitigen Stand der Dinge deutschlandweit über Live-Fußball zum erschwinglichen Preis freuen können. Dabei werde es nicht nur ein Komplettpaket für circa 20 Euro geben, sondern "viele verschiedene Pakete". So sei beispielsweise ein so genanntes "Follow Your Team"-Angebot in Planung. "Das heißt: ich kann ausschließlich jedes Spiel meiner Lieblingsmannschaft während der gesamten Saison buchen. In der ersten und in der zweiten Bundesliga."
Eine Zusammenarbeit mit Premiere schließt de Roos derweil zwar nicht aus, machte im Interview mit der Zeitung aber auch deutlich, dass dies nicht die erste Option sei. "Wir haben die Rechte nicht übernommen, um sie dann gleich wieder an Premiere zurückzugeben." Und weiter: "Wir wollen eine neue Sendeplattform neben Premiere in Deutschland aufziehen. Aus dem Monopol soll ein Duopol werden." Durchaus möglich sei in diesem Zusammenhang, dass von Premiere bekannte Gesichter künftig für arena am Spielfeldrand stehen. Der neue Sender werde mit 20 festen sowie "sehr vielen freien Mitarbeitern und Dienstleistern" arbeiten. An den Spieltagen sollen 160 bis 170 Personen für einen reibungslosen Ablauf sorgen.