Den Poker um die TV-Rechte für die Fußball Bundesliga ab der Saison 2006/2007 hat Premiere bereits
verloren. Jetzt holt der Pay-TV-Anbieter, der noch die Übertragungs-Rechte für die Champions League und die kommende Fußball Weltmeisterschaft besitzt, zum Gegenschlag aus.
Kartellrechtliche Bedenken
Gegen über der "Süddeutschen Zeitung" gab Premiere-Chef Georg Kofler bekannt, dass Premiere vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf gegen die Fusion der Kabelfirmen Ish und Iesy zu Unity Media Klage eingereicht habe. Ziel sei es, dass die Genehmigung durch das Bundeskartellamt rückgängig gemacht werden muss. Unity Media ist die Muttergesellschaft der arena Sport Rechte und Marketing GmbH, die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) für die kommenden drei Jahre die Rechte für die Bundesliga-Live-Übertragungen zugesprochen bekam.
"Wenn Netz und Inhalte in einer Hand sind, gibt es eine vertikale Integration von marktbeherrschenden Stellungen. Es ist evident, dass Premiere als pures Fernsehhaus einen Nachteil hat. Wir kämpfen mit ungleichen Waffen", sieht Kofler durch die Fusion mögliche Kartellprobleme.
Die Chance, dass es auch über die aktuell laufende Saison hinaus Bundesliga-Spiele live bei Premiere geben wird, hat Kofler unterdessen noch nicht aufgegeben. Gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagt er, dass derzeit "in Ruhe am neuen Plan A“ gearbeitet werde. Er glaubt nicht, dass bei Premiere die Zahl der 3,5 Millionen Abonnenten einbrechen wird. "Ich schätze, dass wir mit der Summe unserer Aktivitäten die Zahl unserer Abonnenten 2006 auf dem Niveau von 3,5 Millionen halten können."
Kofler verteidigte auch, dass Premiere aus dem Bieterverfahren ausgestiegen sei. "Wir können doch nicht bei vergleichbarer Exklusivität 40 bis 50 Prozent mehr zahlen. Lieber keinen Deal als einen derart schlechten." Nach eigenen Angaben habe Premiere mehr als 300 Millionen Euro für die Rechte geboten. Gleichzeitig war allerdings gefordert worden, dass die "Sportschau" mit Bildern im Free-TV erst nach 22 Uhr auf Sendung gehen dürfe. Das lehnte die DFL ab und sprach arena die Rechte zu.
arena will Bundesliga erschwinglich machen
Dort freute man sich einen Tag nach dem Zuschlag sehr über das Vertrauen, dass die DFL arena entgegen bringt. arena-Chef Bernard De Roos betonte, dass das neue Angebot nicht auf möglichst viel Exklusivität, sondern auf dem Zusammenspiel zwischen Free TV und Pay TV basieren soll. "Bundesliga LIVE für alle erschwinglich" lautet das ausgegebene Motto beim neuen Pay-TV-Platzhirsch. arena will in München eine neue Redaktion für die Berichterstattung zur Fußball Bundesliga aufbauen. Konkrete Angebote sollen im Frühjahr 2006 kommuniziert werden. Schon jetzt ist aber bekannt, dass das Live-Paket nicht mehr als 20 Euro im Monat kosten soll. Das ist im Vertrag, der mit der DFL ausgehandelt wurde, fest verankert.