Siemens zerlegt seine angeschlagene IT-Dienstleistungssparte Siemens Business Service (SBS). Der Konzern verkauft das Geschäftsfeld Produktnahe Dienstleistungen (PRS), zu dem auch die Wartung von Großrechnern gehört, zum 1. April an den Computer-Konzern Fujitsu Siemens, wie beide Unternehmen in München mitteilten. Sofern die Wettbewerbshüter zustimmen, soll das Teilgeschäft mit einem Jahresumsatz von zuletzt 1,3 Milliarden Euro und weltweit rund 5000 Mitarbeitern bei Fujitsu Siemens den Kern einer neuen Service-Einheit bilden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Verkauf bereits erwartet
PRS ist der sechstgrößte Anbieter von IT-Dienstleistungen weltweit und Nummer zwei in Deutschland. Fujitsu Siemens Computers ist Marktführer in Deutschland und Europa. An dem Hersteller von Notebooks, Computern, Servern und IT-Infrastrukturlösungen sind die Unternehmen Fujitsu und Siemens jeweils zur Hälfte beteiligt. Der Verkauf wurde bereits seit längerem im Zuge der Sanierung der Sparte SBS erwartet. Siemens-Chef Klaus Kleinfeld erklärte, SBS wolle sich künftig ganz auf die Sanierung und Weiterentwicklung des Kerngeschäfts IT-Dienstleistungen konzentrieren. Bei SBS verbleiben nun weltweit etwa 34.000 Beschäftigte.
Weitere Siemens-Sorgenkinder
Mitte September hatte Siemens harte Einschnitte bei SBS und den zwei weiteren Krisensparten des Konzerns angekündigt. Zu den Sorgenkindern zählen neben SBS auch die Kommunikation und die Logistik. Allein bei SBS sollen in den kommenden zwei Jahren 2400 Arbeitsplätze wegfallen. Damit will das Unternehmen die Kosten der Sparte bis 2007 um 1,5 Milliarden Euro drücken.
Aleksandra Leon
/ afp