Langsam rollt der Zug in den Kölner Hauptbahnhof ein; ein ICE der Baureihe 3, im bahntypischen schmutzigen Grau. Ungewöhnlich nur das T-Mobile-Logo auf dem Triebwagen. Dahinter steht in großen Lettern "www im ICE".
WWW in vollen Zügen
Es ist also kein normaler Zug, der an diesem Dienstagvormittag von Köln nach Düsseldorf fahren soll. Es ist eine Weltpremiere: der erste ICE mit flächendeckendem W-LAN in allen Waggons. Bahn und Telekom hatten das so genannte Railnet zur CeBIT im März angekündigt, ein dreiviertel Jahr später ist Jungfernfahrt. Auf den 117 Kilometern der ICE-Strecke Köln-Düsseldorf-Dortmund gibt es ab sofort in sieben Zügen drahtloses Internet.
Und es funktioniert tatsächlich: Kaum im Zug ist man schon online - einzige Voraussetzung ist ein W-LAN-fähiges Endgerät. Das System ist das von den verbreiteten Telekom-Hotspots bekannte: Erst meldet man sich über ein Browserfenster an, dann können alle Dienste (WWW, E- Mail, VoIP, sogar Filesharing geht) ohne Beschränkungen genutzt werden.
Zunächst kostenlos
Allerdings tickt wie an allen T-Spots die Uhr. Im neuen Netz des Intercity Express hat das zunächst noch keine Konsequenzen für den Geldbeutel, während der Pilotphase bis einschließlich März ist der Dienst kostenlos. Endgültige Preise gibt es noch nicht. Wie es hieß, solle eine Stunde etwa zwei Euro kosten, allerdings seien auch die Hotspot-Preise im Moment in Bewegung - nach unten.
Für die beteiligten Unternehmen ist das ein Prestigeprojekt, ein technisch sehr anspruchsvolles dazu. Deshalb lassen es sich die Vorstandsvorsitzenden Hartmut Mehdorn (Bahn), Kai-Uwe Ricke (Telekom) und René Obermann (T-Mobile International) auch nicht nehmen, heute in Köln den ersten Streckenabschnitt persönlich zu eröffnen.