Dienstag, 03.01.2006 09:29

Der Kampf der VoIP-Protokolle

aus den Bereichen Breitband, VoIP
H.323 ist eine "Umbrella"-Empfehlung, die verschiedene andere Protokolle der ITU in sich vereint. Diese regeln beispielsweise die Rufsignalisierung, Authentifizierung und andere Leistungsmerkmale. Ein Vorteil von H.323 ist, dass eine Integration in bestehende Telefonnetze von Anfang an vorgesehen war. Daher können Komfortmerkmale aus dem normalen Telefonnetz auch mit H.323 genutzt werden.

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Probleme mit NATs

Größter Nachteil von H.323 sind die Probleme mit NAT-Netzwerken und Firewalls. Da Clients wie NetMeeting dynamische Ports verwenden, die ständig wechseln, können nicht einfach bekannte Ports an den betreffenden Rechner weitergeleitet werden. Oftmals kann in einem lokalen Netzwerk nur ein H.323-Client verwendet werden.

Einige Router bieten unterdessen aber eine NetMeeting-Unterstützung an, die das Problem beheben soll. Die ITU hat das NAT-Problem ebenfalls erkannt und will mit der Empfehlung H.460.18 Abhilfe schaffen. Sie soll H.323-Geräten auch die Kommunikation hinter NATs erlauben.

Wer wird sich durchsetzen?

Welches Protokoll sich letztendlich durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Alle Protokolle sind für die Zukunft gerüstet, da sie nicht nur Sprachdaten, sondern auch Videodaten übertragen können. H.323 gibt es schon lange, es ist aber erst seit kurzem für NATs gerüstet. Die Vorteile von Skype liegen in der einfachen Anwendung der Software. SIP hat seine Stärken in der offenen Architektur. Zudem sind viele SIP-Anbieter untereinander konnektiert, sodass ein kostenloses Telefonieren verschiedener SIP-Teilnehmer möglich wird. IAX führt bislang ein Schattendasein beim Endnutzer, da es hauptsächlich nur zwischen einzelnen Asterisk-Telefonanlagen eingesetzt wird.
Christopher Bach
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