Der STUN-Server hilft, die eigene, öffentliche IP zu finden. Ist diese unbekannt oder wird nur die interne IP verwendet funktionieren die Anrufe nicht. Klappt die Verbindung trotz STUN-Server nicht, ist die große Fehlersuche angesagt. Unter Umständen gelingt es dann nur durch eine Freigabe und Weiterleitung der entsprechenden Ports eine Verbindung über das SIP-Protokoll herzustellen. Da dies in bestimmten öffentlichen Netzwerken oder WLAN-Access-Points nicht möglich ist, bleibt hier nur Skype als Alternative, welches allerdings bei sehr restriktiven Firewalls ebenfalls nicht funktionieren könnte.
Unbekanntes IAX
Eine weitere Möglichkeit im VoIP-Bereich zur Übertragung von Daten ist das IAX-Protokoll. IAX steht für "Inter Asterisk Exchange" und es gehört zur gleichnamigen Open-Source-Telefonanlage Asterisk. Es kann, wie bei SIP, jegliche Arten von Daten übertragen und verwendet dafür nur einen UDP-Datenstream. Daher ist es auch einfacher in NAT- und Firewall-Umgebungen zu verwenden.
Ebenfalls unterstützt IAX das sogenannte "Trunking". Dabei werden verschiedene Telefonate in nur einem Datenstrom übertragen. IAX wird bislang allerdings nur von sehr wenigen Anbietern unterstützt, auch die Auswahl an Software für das Protokoll ist sehr gering.
H.323 - schon lange dabei
Einer der ältesten VoIP-Standards ist H.323. Er wurde bereits 1996 von der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) im Rahmen einer Empfehlung definiert und von vielen VoIP-Clients, wie Microsofts NetMeeting oder GnomeMeeting für Linux, benutzt. Wie beim SIP-Protokoll werden auch bei H.323 die eigentlichen Daten per RTP übertragen. So sind auch hier Audio- und Videoübertragungen möglich.